Hier habe ich einige Zitate über Kunst ausgewählt, die mich besonders ansprechen oder beschäftigen. Es kommen auch immer mal neue Sprüche hinzu.
In den Kommentaren von khnemo (seinem ersten und dem dritten) werden auch noch etliche, pfeffrige hinzugefügt:
Also los geht’s:
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.
( Albert Einstein , Einstein sagt)
Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.
(Yves Klein, Hannah Weitemeier, KLEIN; …… vor allem aber Ben Gurion zugeschrieben, siehe dazu den dritten Kommentar von khnemo und meine Antwort darauf)
Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht 100 Bilder über dasselbe Thema malen.
(Pablo Picasso, Über Kunst)
Kunst scheint mir vor allem ein Seelenzustand zu sein.
(Marc Chagall, Mein Leben)
Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.
(bekanntes Wort von Paul Klee)
Farbe hat wie Licht Anspruch, in der Reihe der Elemente eingestuft zu werden – Feuer, Wasser, Luft, Farbe, Licht und Erde
(Rupprecht Geiger, Zitat in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, Sommer 2008)
Nie missachte ich einen inneren Rhythmus. Ich hasse es, irgendetwas zu erzwingen ….
Ich weiß, dass der innere Rhythmus für mich wesentlich ist. Ich höre darauf und halte mich daran.
(Lee Krasner, amerikanische Internetseite)
Wir gelangen zu einer heiteren Ruhe durch die Vereinfachung der Ideen und der Form. Der Einklang ist unser einziges Ideal. Die Details stören die Reinheit der Linien, sie schaden der Intensität des Gefühls, wir verzichten auf sie.
(Henri Matisse, Über Kunst)
Kunst ist auch immer ein Diskurs mit der Kunst.
(aus einem Interview mit Magdalena Jetelova, Internetseite)
Kunst ist keine Inspiration, die ich weiß nicht woher kommt, zufällig ihren Weg nimmt und nichts weiter anbietet als das pittoreske Äußere der Dinge. Kunst ist die Logik selbst, vom Genie geschmückt, einem notwendigen Weg folgend und die höchsten Gesetze in sich tragend.
(Yves Klein, Hannah Weitemeier KLEIN)
So wird dem Künstler …… vorgeschrieben, was er zu tun und zu lassen, zu fühlen und zu wollen habe, um auf Resonanz rechnen zu können, um „zeitgemäß“ zu sein……. Das wirklich „Zeitgemäße“ erscheint stets anders, als es die Theorie erwartet, denn geschichtliche Erkennnis und das Schaffen von etwas Neuem aus dem Unbewussten der Gegenwart heraus sind zwei prinzipiell verschiedene Akte ………
(Wilhelm Furtwängler, Gespräche über Musik)
Das folgende Zitat gibt es in verschiedenen, mehrdeutigen Übersetzungen. Deswegen lasse ich erst einmal das Original zu Worte kommen und übersetze es dann, wie ich es verstehe:
It is something to be able to paint a particular picture, or to carve a statue, and so to make a few objects beautiful; but it is far more glorious to carve and paint the very atmosphere of the day and medium through which we look, which morally we can do. To affect the quality of the day, that is the highest of arts.
(Es bedeutet schon viel, ein bestimmtes Bild zu malen oder eine Statue zu hauen und damit ein paar Dinge zu verschönern; aber es ist viel anerkennenswerter, vor allem die Atmosphäre und das Medium, durch das wir schauen, zu gestalten. Das können wir mit unserer geistigen Haltung. So das Beste aus dem jeweiligen Tag zu machen, das ist die höchste Kunst.)
(Henry David Thoreau,Walden)
Niemand fragt danach, ob Beethoven oder Brahms gute oder schlechte Typen waren, man beurteilt sie nach ihrem musikalischen Werk.
(Astor Piazzolla, Erinnerungen)
Wer mir sagen kann, warum ein Bild schön ist, dem bezahle ich eine Flasche!
( Edgar Degas )
Wollt Ihr die Kunst als Schlafmittel oder als Wegweiser? Entscheidet Euch!
(Dieter Hacker,MMZ ,02.07.09)
Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol.
(Oscar Wilde)
Der Alltag selbst ist übervoll mit Künsten und mit Kunst. Aus jedem Winkel der Erlebniswelt, von der Bankfiliale bis zur U-Bahn-Werbung, springt dich ein Kunstwerk an. Kunst: das ist Blickfang allerorten.
(Botho Srauß, Neue Nationalgalerie,Berlin, Ausstellung Thomas Demand, Sept.2009 bis Jan. 2010))



10 comments
Comments feed for this article
24. November 2008 um 10:05
sabine
Hallo liebe Petra , habe die neue Website von Dir sehr genossen und finde die Zitate über Kunst zum Kommentieren bzw Diskutieren ganz besonders spannend.
Ich finde zwar, es bedarf keinerlei Kommentar über Kunst, wie andere darüber denken, das soll jeder mit sich ausmachen. Aber da es in der heutigen Zeit häufig an Auseinandersetzung, Diskussion und Toleranz fehlt und oft Desinteresse herrscht, ist es doch ein Anreiz und eine Aufforderung dazu, sich mal wieder mit etwas zu beschäftigen, was Sinn macht, Glücksgefühle hervorruft und Erweiterung des Horizonts mit sich bringt. Ist es nicht schön, sich einmal auf etwas einzulassen, was nichts kostet, etwas bewegt, Freude macht und man sich danach so richtig wohlfühlt, etwas Wichtiges und Gutes gemacht zu haben?! Das ist Kunst durch und durch. Bravo, weiter so.
15. Dezember 2008 um 11:49
Pamela
Guten Abend Petra,
ich bin über die Seite von Andrea bei Dir gelandet.
Ich interessiere mich für Kunst insbesondere die Malerei, stehe aber am Anfang. War heute in unserer Bücherei und habe mir einen wirklich stattlichen Berg an Literatur mit nach Hause genommen, um mich ein bisschen einzulesen, habe aber eigene Bilder bereits im Kopf, in der Seele im Herzen. Ich gehe gern in Kunstausstellungen und Museen. Ich finde Bilder sind wie Bücher in denen du lesen kannst.
Ich finde Deine Seite spannend und werde gern wieder vorbei schauen.
Über Zitate, von wem auch immer, will ich nichts sagen, sie bedeuten mir nichts, denn ich denke, jeder von uns trägt seine eigenen Zitate in sich.
Und jeder trägt sie auf seine Weise, wenn er es möchte nach außen. Der eine malt Bilder, der nächste musiziert oder drückt sich wie auch immer künstlerisch aus.
Ich wünsche Dir eine gute Zeit,
Pamela
13. Januar 2009 um 1:39
ppawlo
Herzlichen Dank für die netten, ausführlichen Kommentare!
Zitate bringen für mich oft in wenigen Worten etwas auf den Punkt. So gut hätte man das wahrscheinlich selbst gar nicht ausdrücken können……
Manchmal führen sie ja auch zu Fragen, neuen Überlegungen oder gar zu einer neuen Erkenntnis.
Oder?
Petra
7. Februar 2009 um 1:19
khnemo
Hallo Petra,
ein fünfzehntes Zitat, das ich hier für Dich mitbringen wollte, kennst Du nun wohl schon aus meinem Blog. Nun, ich habe lange als Kunsterzieher gearbeitet und deshalb erscheint mir dieses als sehr zutreffend. Da ich mich selbst nicht so sehr als Künstler gesehen habe, sondern eher als Vermittler/Erklärer/Mut-machender … finde ich nun Deine Zitatensammlung durchaus anregend und Deine Fragestellung »Zunge ab? oder : Sich über die eigene Kunst äußern?« sehr interessant.
Deshalb setze ich meinen Kommentar nun dort fort …
7. Februar 2009 um 1:21
ppawlo
Lieber khnemo ,
dieses 15. Zitat habe ich auch schon für meine Seite in Erwägung gezogen.
Matisse sagt ja auch etwas ganz Ähnliches: „Nicht auf die Inspiration warten. Sie kommt beim Arbeiten.“ (Matisse, Über Kunst)
Erst in der letzten Zeit strecke ich bei wordpress meine Fühler aus und begebe mich in andere Webwohnzimmer … Und es wird langsam voll interessant!
Bisher hatte ich nur Deine ganz aktuellen Seiten angesehen und so das Picassozitat noch nicht entdeckt.
Ich fand alles sehr ansprechend!
Liebe Grüße , Petra
8. Februar 2009 um 1:24
khnemo
Liebe Petra,
»Webwohnzimmer« ist echt eine lustige Bezeichnung, gerade auch bezüglich der darin enthaltenen Widersprüchlichkeit. Also bist Du gern eingeladen und damit Du Dich nicht unnötig verläufst – zwei drei Wegweiser:
Die »Pages«, ganz oben in der rechten Spalte haben bei mir eine ähnliche Funktion wie Dein »Roter Faden«. Sie sind immer sichtbar, gleich den Seiten einer klassischen Homepage.
Die »Categories« sind gewissermaßen von mir definierte »Klingelknöpfe« für meine »Webwohnung«. Hier musst Du selbst wissen bzw. selbst entscheiden oder einfach nur vermuten, wo Du hin willst. Da Du Dich natürlich für Bildende Kunst interessierst, kannst Du gleich entdecken, dass sich nach einem Klick auf diesen »Klingelknopf« eine Liste von zur Zeit 39 Einträgen öffnet, die alle irgendwie etwas mit »BK – Bildender Kunst« zu tun haben. Probiere es einfach aus (keine Sorge, es geht nichts kaputt) – auf alle Tags und Kategorien der einzelnen Beiträge kannst Du ebenfalls klicken und jedes Mal öffnen sich die entsprechenden Listen. Dieses Prinzip gilt übrigens für die meisten der WordPress-Wohnzimmer und auch für viele andere »Netz-Häuser«. – Nun, viel, viel Spaß beim »Klingel-Klick« ! …
Einen schönen Sonntag wünsche ich Dir und grüße Dich – KH
10. Februar 2009 um 1:42
ppawlo
Noch einmal Danke, lieber KH!
In Deiner Schatzkammer habe ich viel Interessantes, Anspruchsvolles, aber auch viel Verspieltes und Lustiges entdeckt!!
Und was die Zitate angeht, gibt es etwas Weiteres dazu zu sagen??
Herzlich, Petra
10. Februar 2009 um 6:41
khnemo
Hallo, Petra
nun bin ich wieder hier –
in gewisser Hinsicht schreibt Pamela oben in ihrem Kommentar schon ganz zutreffend: »Jeder trägt wohl seine eigenen Zitate in sich« bzw. formt sich aufgefundene etwas um, so wie ich es mit meinem Picasso-Zitat tat. Es bekam so für mich eine etwas allgemeinere »didaktische« Aussagekraft, was Du ja auch prompt ganz gut fandest. Da hätte ich auch gleich noch eins, das hier in meinem Berliner Kunsterzieher-Kollegenkreis gern »zitiert« wurde: »Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit«. Wer wollte dem widersprechen!?
Im Übrigen sollte man immer bedenken, dass Zitate oft aus jedem Zusammenhang gerissen erscheinen und zuweilen sogar falsch zugeordnet werden. Das Zitat, »Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.«, hier bei Dir anscheinend von Yves Klein, wird Ben Gurion zugeordnet, was zwar der Aussage nicht schadet, aber evtl. ein kleines Durcheinander anrichtet.
Das Zitat von Paul Klee wiederum, »Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar«, ist mir seit meiner Studienzeit, ebenfalls aus didaktischen Gründen, sehr vertraut, fordert es doch die Fragestellung heraus, was da nun jeweils sichtbar gemacht wird … Viele Zitate überschreiten meiner Meinung nach auch eine Grenze und wandern hinüber ins Ideologische. Damit kann ich dann nichts mehr anfangen. Erfrischenderweise gibt es Künstler, die darauf ganz provokant reagierten und in etwa folgendes schrieben: »Das Publikum ist durch die bisherige Handhabung unserer Kunst gewöhnt, einem Bilde gegenüber vor allem eine feierliche Langeweile zu empfinden, die sich in einem noch langweiligeren Hang zu kritisieren ausgießt.« – (Moritz von Schwind), »Die Kunst ist viel zu wichtig, als dass man sie der Kunstwelt überlassen dürfte.« – (Jochen Gerz) oder ganz böse: »Ich glaube wirklich an leere Räume, obwohl ich als Künstler viel Müll produziere. Ein leerer Raum ist nie vergeudeter Raum. Ein vergeudeter Raum ist jeder Raum, in dem Kunst ist. Ein Künstler ist jemand, der Sachen produziert, die keiner haben muss. Er nimmt aus irgendeinem Grund jedoch an, es sei eine gute Idee, seine Mitmenschen mit Kunst zu versorgen. Auf der einen Seite glaube ich also wirklich an leere Räume, aber auf der anderen Seite mache ich, weil ich immer noch Kunst mache, immer noch für andere Müll, den sie dann in ihre Räume tragen, die, wie ich meine, eigentlich leer bleiben sollten.« – (Andy Warhol), oder sehr, sehr ernst: »Die einzige Sache, die uns von unseren Nichtigkeiten tröstet, ist die Zerstreuung und sie ist dabei die elendste unserer Nichtigkeiten. Sie hindert uns am hauptsächlichsten, an uns zu denken. Ohne sie wären wir in der Langeweile, aber sie stieße uns zu einem verlässlicheren Mittel, aus ihr herauszutreten. Aber die Zerstreuung unterhält uns und führt uns empfindungslos zum Tode.« – (Blaise Pascal). Diese »Zitate« habe ich aus einem künstlerischen »Projekt über das Aufhören« und zusammen mit noch vielen weiteren in der Art bei einem Freund in einem großen Schrift-Bild an einer Wand lesen und mir herausschreiben dürfen. Zusammen mit Deinen vierzehn Zitaten tut sich hier also ein riesiges Spektrum auf – gewissermaßen von einer großen Harmonie bis zu Verneinung und Verzweiflung. Mir selbst entspricht nun eher noch folgender Satz, der wohl von Einstein ist: »Imagination is more important than knowledge… «, obwohl auch dies falsch verstanden werden kann. Und weil das mit dem Wissen zuweilen so eine Sache ist, übernehme ich ich für die Richtigkeit der Zitate lieber keine Garantie …
Wenn ich richtig zähle, sind jetzt einundzwanzig Zitate hier auf Deiner Seite versammelt – Provokantes oder eher Besinnliches – und viel Stoff zum Nachdenken!?
– zusammen mit einem lieben Gruß von KH
10. Februar 2009 um 8:45
ppawlo
Hallo KH,
als ich eben Deinen langen neuen Kommentar sah, habe ich erst einmal laut losgelacht! Du wirst ja nicht von mir erwarten, dass ich jetzt noch mal die vielen neuen Zitate durchzähle?
Auf jeden Fall danke ich Dir für den enormen Zuwachs und einen echt total erfrischenden Kommentar dazu!!! Das gibt jetzt dem Ganzen den Pfeffer!
Ja, als ich erfuhr, dass das Motto zur Woche der Brüderlichkeit von Ben Gurion mein 2. Zitat ist, das ich nur von Yves Klein – aber eben auch nur aus dem zitierten Buch, Seite 70, – kenne, war ich auch verdutzt! Ich zitiere nur aus dem Buch. Persönlich gesagt hat’s mir Yves Klein natürlich nicht!
Alle diese Zitate spielen geistreich und humorvoll auf allgemeine Erfahrungen wie „feierliche Langeweile “ oder „zumüllen“ an. Pascal hat damals bereits etwas gut ausgedrückt, was jetzt hochaktuell ist: die Zerstreuung … Schwer, ihr zu entkommen …
Ich finde solche Zitate immer wieder faszinierend. Sie sind wie ein Aha-Erlebnis! Aber ich kann auch gut verstehen, wenn man keine Zitate mag .
Ich hoffe, ich werde noch oft Kommentare von Dir lesen! Danke, khnemo!
Also dann gehe ich mal wieder an meine „Müllproduktion“!
Liebe Grüße, Petra
4. Oktober 2009 um 6:47
kbrause
hallo petra/ppawlo,
hab über umwege nun doch hierher gefunden
eine tolle sammlung zitate hast du da zusammengetragen.
schöne grüße
kobi