Ob man einem Kunstwerk begegnet sei, meinte der metaphysisch nicht leicht erregbare Paul Valéry, erkenne man daran, ob es einen im Zustand der Inspiriertheit zurücklässt. Wir antworten mit Widerschein.
(Botho Strauß, in der derzeitigen Ausstellung „Thomas Demand“, Neue Nationalgalerie, Berlin)
Immer wieder bin ich so betroffen oder berührt von einer Ausstellung, einem Konzert, oder einer anderen kulturellen Veranstaltung, dass ich danach als Nachklang ein Bild davon male, um das Erlebte besser zu verarbeiten. Meist steht der Anlass dann nur auf der Rückseite des Bildes. Der Titel lautet dagegen häufig anders. Im Grunde ist mein Triptychon Vom Licht zum Licht (auf der Seite Bildthemen) so entstanden. Ich malte es nach dem Besuch der Münchner Ausstellung des Lichtkünstlers Dan Flavin. (Auf den Bezug zur Musik werde ich ein anderes Mal eingehen). Diese Bildwidmungen verschwinden dann meist ungesehen in der Schublade. Dabei wollen Bilder doch angeschaut werden. Das will ich hier auf dieser Seite möglich machen.
Eine Hommage an Manfred Wagner
Sterben müssen, 2009
*
Im letzten November starb der Heimertinger Maler Manfred Wagner. Für mich kam das völlig überraschend.
Hatte ich mich doch erst im April 2008 auf meiner Ausstellung Licht, Farbe, Klang länger mit ihm unterhalten, ohne dass ich Anzeichen von Alter oder Krankheit entdeckt hätte! Ich war so erschüttert über die Nachricht seines Todes, dass ich dies in einem Bild, einer Art Hommage an den Künstler, ausgedrückt habe (auf das obige Bild klicken, dann wird es sichtbar). Dieses Jahr habe ich dann das Bild Sterben müssen (s.o.) stark verändert gemalt, nachdem ich in Sontheim erneut eine Ausstellung mit seinen Bildern und einen Film über ihn gesehen hatte. Manfred Wagner beeindruckte mich nicht nur durch seine freundliche, aufgeschlossene Art, sondern seine Bilder berührten mich auch durch ihre geistige Dimension sehr.
Der Künstler sagte über seine Malerei:
„Alles ist aufeinander bezogen, und nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch zwischen Menschen und Tieren und Pflanzen und dem Mineralbereich und allem, was der Kosmos in sich beherbergt. So versuche ich in meinen Bildern, diese energetischen Zusammenhänge sichtbar zu machen.“
„Wagner konstatiert nicht nur einen „Verlust der Mitte“, sondern den Verlust der Lebensgrundlagen. Insofern sind seine Bilder zum einen Zustandsbeschreibungen, zum anderen Ausblick in andere Dimensionen des Seins: Visionen.“
(beide Zitate aus: Manfred Wagner, Energie, Form, Dimensionen, Entwürfe für ein neues Zeitalter, S.11)
Weitere Bildwidmungen werden auf dieser Seite folgen. Aber ich finde es angebracht, wenn ich erst einmal nur ihm diese Seite widme; denn sein Tod jährt sich jetzt im November. Ich wünsche ihm sehr, dass sein Name im Gedächtnis bleibt und seine „Visionen“ immer mehr Anklang finden.







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