You are currently browsing the tag archive for the 'Farbe' tag.
Auch Bilder erleben einiges … :
wie sie entstehen, was ihnen zustößt, welche Reaktionen sie auslösen … was aus ihnen wird, wo sie schließlich daheim sind …
Einige Geschichten meiner Bilder möchte ich hier erzählen. Immer wieder mal wird eine neue dazu kommen.
Hier sind erst einmal drei :
1. Nächtliche Begegnung
2…. zurückbekommen
3. Marschlied
28.10.09
Nächtliche Begegnung
Nach einem Aufenthalt in Venedig malte ich auch einige Impressionen davon. Überall in Venedig hingen ja Masken herum … Zwar begegnete ich niemandem in einer Maske dort. Aber eine solche Begegnung konnte ich mir gut vorstellen …
Damals, im Jahr 2002, malte ich noch ganz anders als heute (siehe frühere Aquarelle). Es entstand das folgende Bild:
Dieses Bild blieb bisher ohne Titel .
Inzwischen lernte ich durch khnemo eine Bildbearbeitungstechnik kennen, die zweidimensionalen Bildern eine dritte Dimension hinzufügt. Im Schwarz-Weißmodus bietet sich das besonders an. Und genau dieses Venedig-Bild schien dafür geeignet! khnemo machte sich sogleich an die Arbeit und das Ergebnis kann man nach einem Klick auf das Bild sehen. Auf khnemo’s Seite wird das noch etwas größer gezeigt! Für die Wahrnehmung des 3D-Effekts ist allerdings eine entsprechende Brille (rot-cyan) erforderlich.
Dieses „farblose“ Bild hat inzwischen einen Titel von mir bekommen :
„Nächtliche Begegnung“.
*
*
17.11.09
… zurückbekommen
Für einen guten Zweck Bilder versteigern, die von Künstlern gespendet wurden … Was für eine gute Idee! Jedenfalls war ich gleich Feuer und Flamme, als mir dies eines Tages von einer wohltätigen Organisation vorgeschlagen wurde. Ich schickte also ein Bild dorthin.
Die Bilder sollten ausgestellt und auf einer Benefiz-Kunstauktion versteigert werden.
Das wollte ich mir selbst alles ansehen. Aber was war ich enttäuscht, als ich die Ausstellung sah!
200 Bilder, oft ohne Rahmen, dicht nebeneinander, alle Stile vertreten, groß und klein, durcheinander lagen sie da auf Tischen, standen an Tischbeinen oder waren an Fenster gelehnt. Es gab sogar einen Tisch mit Stofftieren.
Die Bilder sollten ohne Rahmen verkauft werden.
Das alles erinnerte mich eher an einen Trödelmarkt als an eine Ausstellung …
So geschickt auch durch die Auktion geführt wurde, es wurde nur zu Anfang mehr geboten als die angegebenen Mindestpreise. Schon bald konnte man die Bilder 10% billiger erwerben und bei mehreren Käufen auch Rabatte verbuchen. Als all das nichts mehr half, wurden die von den Künstlern angegebenen Mindestpreise um 50% unterschritten! Und ich hatte davon geträumt, dass Reichtümer für die Bilder geboten werden würden! Stattdessen entwickelte sich alles zum Schnäppchenmarkt.
Mein Bild als Schnäppchen? Nein! …Ich kaufte es zum halben Preis zurück … mit Rahmen.
*
*
03.12.09
Marschlied

(MMZ, 03.12.09, Foto: afp)
Gestern hat der amerikanische Präsident Obama vor jungen Soldaten die Aufstockung der Truppen in Afghanistan bekannt gegeben. Auf dem Foto sieht man einige Gesichter der jungen Zuhörer. Welche Gefühle drücken sie wohl aus?
Im Irakkrieg veröffentlichte die amerikanische Zeitschrift Newsweek Tagebucheinträge junger Soldaten im dortigen Einsatz. Hier kamen die Gefühle von Angst, Überforderung und Entsetzen klar zum Ausdruck. Leider habe ich mir diesen Artikel nicht aufgehoben. Aber ich kann hier das Triptychon Marschlied (2008) zeigen, das ich daraufhin gemalt habe, um das Gelesene zu verarbeiten.
Besonders ein Tagebucheintrag ließ mir damals keine Ruhe: Ein junger Soldat schrieb über seine Ängste, selbst zum Opfer zu werden und er fügte hinzu, dass er aus lauter Angst auf alles schießt, was sich bewegt .
Das Dilemma des Krieges, dieses manchmal unvermeidliche Übel, das nicht nur um sich herum alles zerstört, sondern auch Seelen kaputt macht, das habe ich versucht, darin auszudrücken.

*

*

*
Früher malte ich jahrelang Aquarelle.
Auf dieser Seite möchte ich ein paar Bilder aus dieser Zeit vorstellen:
Es handelt sich hier vor allem um Landschaften, die ich nach Wanderungen und Reisen malte.

Seenlandschaft, 1989
*
Ich ließ draußen alles lange auf mich wirken, sog es förmlich ein und angefüllt davon, machte ich mich dann daheim an die Arbeit. Dabei erfand und „komponierte“ ich meine Bilder ganz neu.
*

Winterbraun, 1989
*
Die Aquarelltechnik entsprach meinem vorsichtigen Herantasten an die Malerei sehr. In den ersten Bildern herrschten auch die sanften, fließenden Farben vor:
*

Felsenküste, Bretagne, 1991
*
*

Über Land, Normandie, 1991
*
*
Diese Bilder wollten gefallen, Freude wecken, Erinnerungen wach rufen, Bekanntes wieder aufleben lassen und das taten sie meist auch .
*

Birken, auch in Schottland, 1997
*
Inzwischen aber wurden die Farben immer kräftiger, die Formen gewagter:
*

An Nordspaniens Küste, 1993
*
Ein schmerzlicher Verlust in meinem Leben brachte mich immer häufiger zur Beschäftigung mit Lebensthemen:
*

Weggestorben, 1994
*
Trauer, die man Schritt für Schritt durch sich durch lässt, verlässt einen meist stärker. Das zeigte sich auch in meiner Malerei:
*

Tanz, immer wieder, 1997
*
Ein weiteres Aquarell aus dieser Zeit findet sich auch auf der Seite Geschichten hinter Bildern. Die Farben explodierten.. Es war Zeit für die Acrylmalerei.
Seitdem ich nun noch regelmäßiger malen kann, hat sich der Malprozess für mich völlig verändert. Inzwischen ist das Tor zur Landschaftsmalerei für mich verschlossen. Dafür öffnet sich ein neues, weites Feld, das dem Betrachter vielleicht schwereren Zugang bietet, in seiner größeren Abstraktion gelegentlich von ihm unterschätzt wird, aber nach meiner Erfahrung auch zu mehr eigener Auseinandersetzung und Betroffenheit führen kann.
Musik ist für mich immer mehr zum Sprungbrett in neue Bilderwelten geworden. Meine Malerei wurde in den letzten Jahren durch die Suche nach Entsprechungen in Farbe, Form und Aufbau geprägt. (siehe meine Gedanken zur Ausstellung Licht, Farbe, Klang). Aber beim Hören der Musik entstanden auch neue Bilder durch freie Assoziationen. Dabei stand bisher die klassische Musik im Mittelpunkt.
Vor einiger Zeit hörte ich nun auf einem Klassiksender ein Musikstück, das mich in seiner Andersartigkeit, seiner Mischung aus klassischen Elementen und rhythmischer Modernität vollends faszinierte. Es handelte sich um das Stück „Lumière“ aus der „Suite Lumière“ von Astor Piazzolla. Von diesem Musiker wollte ich einfach mehr wissen! Und ich wollte mich auch in meinen Bildern mit seiner Musik auseinandersetzen!

Lumière (Licht), 2009
1. Astor Piazzolla
Schon bald erfuhr ich Folgendes über den Künstler:
Der musikalische Werdegang von Astor Piazzolla ist tatsächlich stark mit der klassischen Musik verbunden. Sein erstes prägendes musikalisches Erlebnis beschreibt der in New York aufwachsende Argentinier folgendermaßen:
„Ich entdeckte die Musik, als ich elf Jahre alt war. Das Mietshaus, in dem wir in New York wohnten, war sehr groß, hinten war ein Hof mit einem einzigen Fenster. An einem Sommernachmittag hielt ich mich da auf, ohne etwas Besonderes zu tun, und hörte einen Pianisten Bach spielen, was ich allerdings erst später erfuhr. In dem Alter wusste ich nicht, wer Bach war, aber ich war wie hypnotisiert….“
(Natalio Gorin, Astor Piazzolla, Erinnerungen, S.107)
Daheim hörte Piazzolla vor allem die Tangomusik, die sein Vater auflegte, empfand dabei aber Widerwillen und das Bandoneon, das ihm sein Vater geschenkt hatte, rührte er zunächst kaum an (Erinnerungen, S.20). Doch schließlich verfolgte er zwei Spuren: Nachdem er mit 16 Jahren endgültig nach Argentinien zurückgekehrt war, packte auch ihn die Tangoleidenschaft: Schon bald spielte er im Germinal in Buenos Aires
.

(Bandoneon, Foto Pavel Krok, Quelle Wikipedia )
.
bei Aníbal Troilo, aber er komponierte auch klassische Stücke. Mit seiner Sinfonia de Buenos Aires gewann er schließlich ein Stipendium für ein Studium in Paris bei Nadia Boulanger. Sie lobte zwar seine klassischen Kompositionen, fand den „wahren Piazzolla“ aber in seiner Tangomusik und ermutigte ihn, sich dieser zu widmen. Das wurde zum Wendepunkt für den jungen Künstler, der künftig gleichzeitig als Komponist und Bandoneonspieler den konzerttauglichen Tango Nuevo erschuf. Wie einige klassischen Komponisten verwandelte er einen volkstümlichen Tanz in Kunstmusik:
„Ich verwendete Kontrapunkt, Fugen, besondere harmonische Formen. Die mir folgen wollten, zogen es vor, einen Kaffee zu trinken und zuzuhören. Tanzen war Nebensache….“ (Erinnerungen, S.32)
Bekannte Musiker der Klassik wie Guido Kremer, Daniel Barenboim und Yo Yo Ma interpretierten seine Kompositionen.
Piazzolla selbst sagte über seine Musik:
„Ich spiele eben mit aller Gewalt, mein Bandoneon muss singen und schreien. Ich male den Tango nicht in Pastelltönen.“ (Erinnerungen, S. 122)
Hören wir uns z.B. seine Komposition „Adios Nonino“ an, die er 1959 zum Tode seines Vaters komponiert und als sein bestes Stück ansieht. Hier spielt Astor Piazzolla selbst:
.
»Adios Nonino« von Astor Piazzolla
(von viejitocibernetico auf YouTube)
2. Zur Ausstellung
Die lichtgeborene Musik Bachs, die Piazzolla zum ersten Mal in seinem Hinterhof hörte, ruft da eher Assoziationen mit Pastelltönen hervor. Mit all ihrem Leuchten und ihrer transzendenten Klarheit lässt sie beim Malen auch harmonischere Formen entstehen. Die Auseinandersetzung mit Piazzollas Musik dagegen führt zu kräftigeren, viel dunkleren, ja schreienden Farben. Auch das Arbeiten mit Komplementärfarben und Kontrasten passt hier nach meinem Empfinden viel besser. Diese Musik lässt für mich auch ganz neue Formen entstehen und explodiert in einer leidenschaftlicheren Dynamik. Dabei regt die Beschäftigung mit dieser heisernen Musik des Bandoneons, die aus der argentinischen Vorstadt geboren ist, „der Vorstadt, wo einen das Elend verzweifeln lässt, im sozialen Morast, wo eines Nachts die Armut eine Bleibe gefunden hat…“ (Tango, Dieter Reichardt, S.175) zu mehrschichtigen Bilderwelten an; denn sie spricht nicht nur von Verlust, Zerrissenheit und Enttäuschungen im Leben, sondern auch von Lebensfreude und feuriger Energie.
Anfangs faszinierten mich vor allem die Lebendigkeit, Frische, Ursprünglichkeit und Schönheit dieser Musik. Auch Kontrapunkt und noch verbleibende Elemente des Tanzes wurden zur Inspirationsquelle wie z.B. im Bild „frech und ursprünglich“ (siehe Bildergalerie) und auch in „Lumière“ (siehe oben). Später hörte ich immer mehr auch das Dunkel, aus dem sich die Melodie immer wieder erhob, um dann oft dorthin zurückzufallen. Kein Wunder, wenn dieses Dunkel und diese Sehnsucht nach Licht auch die Zeit des Terrors und der Gewalt in seinem Lande, später auch die der Militärdiktatur, des Verschwindens von Tausenden von unschuldigen Menschen, der Folterungen, der Todeslisten und Konzentrationslager spiegeln! Ist hier immer noch das „Zähneknirschen des Erniedrigten und Ausgebeuteten“ (Tango, Dieter Reichardt, S.185) oder weiterhin das tragische Lebensgefühl des Tangos zu hören?
„Er (der Tango) ist geboren aus der Auflehnung des Lebens, das sich nach Glanz, Schönheit und Energie sehnte, gegen die Umstände, die in die andere Richtung wiesen.“ (Tango, die einende Kraft des tanzenden Eros, Ralf Satori, Petra Steidl, S.79)
„Es ist die Vorbereitung all dessen, was nie geschieht, eine Erinnerung an etwas, das niemals war.“ (Drei Minuten mit der Wirklichkeit, Wolfram Fleischhauer, S.464)
Die Ausstellung zeigt nun einerseits Bilder, die sich mit Aspekten beschäftigen, die in der klassischer Musik wie auch bei Piazzolla auftauchen, so z.B. „Freiheit, in Form gefasst“, „Lichtgeboren“ oder „Mit frischer Leichtigkeit“. Hier herrschen die helleren Farben und harmonischeren Formen vor. Andererseits gibt es jene Bilder, die sich direkt mit Piazzolla auseinandersetzen und so ganz anders ausfallen, eben „nicht in Pastelltönen“ wie z.B. „Soledad“, „Eine Nelke hinterm Ohr“ oder „Mit ungestümen Schwung“ (siehe ebenfalls die Bildergalerie).
Ich hoffe, es bleibt genügend Zeit für jeden Betrachter, Zugang zu den Bildern zu finden und sie in einer inneren Zwiesprache auf sich wirken zu lassen….. Mit diesen VorWorten will ich nur dem einen oder anderen Betrachter meiner Bilder einen kleinen Kompass für die Ausstellung in die Hand geben, – bei all der Problematik, ob man nicht doch lieber über die eigene Kunst schweigen sollte (siehe dazu meinen Artikel Zunge ab). Es liegt jetzt an ihm, wie weit er in diese Bilderwelt eindringen, vielleicht auch dazu Piazzollas Musik hören und darin Eigenes, Bekanntes und auch Neues, Anregendes finden will.
*
Zitierte Bücher:
Natalio Gorin, Astor Piazzolla, Erinnerungen, Metro Verlag, 2001
Dieter Reichardt, Tango, Suhrkamp Taschenbuch 1087
Ralf Sartori/Petra Steidl, Tango: die einende Kraft des tanzenden Eros, Hugendubel, 1999
Wolfram Fleischhauer, Drei Minuten mit der Wirklichkeit, Roman, Knaur Taschenbuch, 2001
Hier habe ich einige Zitate über Kunst ausgewählt, die mich besonders ansprechen oder beschäftigen. Es kommen auch immer mal neue Sprüche hinzu.
In den Kommentaren von khnemo (seinem ersten und dem dritten) werden auch noch etliche, pfeffrige hinzugefügt:
Also los geht’s:
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht wundern,nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.
( Albert Einstein , Einstein sagt, Piper, S. 216)
Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.
(Yves Klein, Hannah Weitemeier, KLEIN, Taschen, S.70; …… vor allem aber Ben Gurion zugeschrieben, siehe dazu den dritten Kommentar von khnemo und meine Antwort darauf)
Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht 100 Bilder über dasselbe Thema malen.
(Pablo Picasso, Über Kunst, Diogenes, S.112)
Farbe hat wie Licht Anspruch, in der Reihe der Elemente eingestuft zu werden – Feuer, Wasser, Luft, Farbe, Licht und Erde
(Rupprecht Geiger, Zitat in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, Sommer 2008)
Nie missachte ich einen inneren Rhythmus. Ich hasse es, irgendetwas zu erzwingen ….
Ich weiß, dass der innere Rhythmus für mich wesentlich ist. Ich höre darauf und halte mich daran.
(Lee Krasner, amerikanische Internetseite)
Wir gelangen zu einer heiteren Ruhe durch die Vereinfachung der Ideen und der Form. Der Einklang ist unser einziges Ideal. Die Details stören die Reinheit der Linien, sie schaden der Intensität des Gefühls, wir verzichten auf sie.
(Henri Matisse, Über Kunst, Diogenes, S.92)
Kunst scheint mir vor allem ein Seelenzustand zu sein.
(Marc Chagall, Mein Leben, Hatje, S.113)
Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.
(bekanntes Wort von Paul Klee)
Kunst ist auch immer ein Diskurs mit der Kunst.
(aus einem Interview mit Magdalena Jetelova, Internetseite)
Kunst ist keine Inspiration, die ich weiß nicht woher kommt, zufällig ihren Weg nimmt und nichts weiter anbietet als das pittoreske Äußere der Dinge. Kunst ist die Logik selbst, vom Genie geschmückt, einem notwendigen Weg folgend und die höchsten Gesetze in sich tragend.
(Yves Klein, Hannah Weitemeier KLEIN, Taschen, S.84)
Das folgende Zitat gibt es in verschiedenen, mehrdeutigen Übersetzungen. Deswegen lasse ich erst einmal das Original zu Worte kommen und übersetze es dann, wie ich es verstehe:
It is something to be able to paint a particular picture, or to carve a statue, and so to make a few objects beautiful; but it is far more glorious to carve and paint the very atmosphere of the day and medium through which we look, which morally we can do. To affect the quality of the day, that is the highest of arts.
(Es bedeutet schon viel, ein bestimmtes Bild zu malen oder eine Statue zu hauen und damit ein paar Dinge zu verschönern; aber es ist viel anerkennenswerter, vor allem die Atmosphäre und das Medium, durch das wir schauen, zu gestalten. Das können wir mit unserer geistigen Haltung. So das Beste aus dem jeweiligen Tag zu machen, das ist die höchste Kunst.)
(Henry David Thoreau, Walden, Penguin Books, S.65)
Niemand fragt danach, ob Beethoven oder Brahms gute oder schlechte Typen waren, man beurteilt sie nach ihrem musikalischen Werk.
(Astor Piazzolla, Erinnerungen, Metro, S.62)
Weißt Du denn, wie hoch-,hochnötig es ist, dass der Kunst ehrliche Leute erhalten bleiben? Ich will nicht behaupten, es gäbe keine, aber Du fühlst selbst, was ich meine, und weißt ebensogut wie ich, dass eine Menge Leute, die malen , großartige Lügner sind … Fast niemand weiß,dass das Geheimnis guter Arbeit zum großen Teil Redlichkeit und ehrliches Gefühl ist.
(Vincent van Gogh, Briefe an seinen Bruder, Anaconda, S.211)
Der Alltag selbst ist übervoll mit Künsten und mit Kunst. Aus jedem Winkel der Erlebniswelt, von der Bankfiliale bis zur U-Bahn-Werbung, springt dich ein Kunstwerk an. Kunst: das ist Blickfang allerorten.
(Botho Srauß, Neue Nationalgalerie, Berlin, Ausstellung Thomas Demand, Sept.2009 bis Jan. 2010))
Wer mir sagen kann, warum ein Bild schön ist, dem bezahle ich eine Flasche!
( Edgar Degas )
Wollt Ihr die Kunst als Schlafmittel oder als Wegweiser? Entscheidet Euch!
(Dieter Hacker, MMZ , 02.07.09)
Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol.
(Oscar Wilde)
Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.
(Friedrich Schiller, 2.Brief über die ästhetische Erziehung des Menschen)
So wird dem Künstler …… vorgeschrieben, was er zu tun und zu lassen, zu fühlen und zu wollen habe, um auf Resonanz rechnen zu können, um „zeitgemäß“ zu sein……. Das wirklich „Zeitgemäße“ erscheint stets anders, als es die Theorie erwartet, denn geschichtliche Erkennnis und das Schaffen von etwas Neuem aus dem Unbewussten der Gegenwart heraus sind zwei prinzipiell verschiedene Akte ………
(Wilhelm Furtwängler, Gespräche über Musik, S.81)
Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie nehmen.
(Meret Oppenheim, in Uta Grosenick, Women Artists, S.256)
Ich bringe das, was ich das Organische nenne, mit dem, was ich das Abstrakte nenne, zusammen.
(Lee Krasner, in Uta Grosenick, Women Artists, S. 178)
Mich interessiert die Seele eines Objekts, nicht das Maschinelle daran.
(Rebecca Horn, ibid. S.156)
Ich finde es wichtig, die Aufmerksamkeit auf das Denken und Machen und was sich dazwischen abspielt zu lenken, auf das Leichte und das Schwere, auf die Energie, die zwischen den beiden Polen oszilliert und unser Denken und Leben bestimmt, auf die überall verborgene Energie.
(Magdalena Jetelova, ibid. S.163)
Unter dem Titel „Klingende Bildwelten – gemalte Musik“ erschien in der Memminger Zeitung am 24.04.08 ein Artikel der Journalistin Erika Gäble über meine Ausstellung Licht, Farbe, Klang.
Hier sind einige Zitate daraus:
„Für Petra Pawlofsky sind Musik und Bilder Schwestern.“…
„Der Weg bis zu ihrer zweiten Ausstellung im Antoniersaal …führte sie…hin zu einer Symphonie mit dem Titel ‘Licht, Farbe, Klang’ “ …
„Heute sind es die Höhen und Tiefen von Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“, die sie in sechs Bilder übersetzte. So auch manch andere Komposition, vor allem der Klassik. Fugen bearbeitete sie so lange, bis sie die ‘reine Form‘ fand.“ …
„Meditatives Hören und Fortbildungen führten die Autodidaktin … zu dem Punkt, an dem sie nun statische Malerei zum Klingen bringt. Mit Schwingungen, Wellen, Punkten und bewusst oder intuitiv gewählter Farbe schafft sie klingende Welten.“ …
„Es gibt die ‘erarbeiteten’ Werke und die ‘spontanen’. Einmal ist es der Nachklang eines Festes, dann wieder die bewegte Bilderfolge vor dem inneren Auge zwischen Wachen und Schlafen, die ein ‘Crescendo’, eine ‘Variation’ oder ein ‘Pizzicato’ entstehen ließ.“ …
*
*
„Nur manchmal bleibt die Musik im Hintergrund, wie bei der Trilogie ‘Marschlied’ zum Tod von Kindern in Kriegen. Oder bei der heiter stimmenden ‘Monddiebin’ …
„Nur gelegentlich ist es die vielfache Variation einer Farbe, öfter die Beschränkung auf einen Ton, der beispielsweise den ‘Generationenreigen’ eint. Der Betrachter hat alle Möglichkeiten herauszulesen, zu interpretieren oder eben nur hinzuhören. Der Versuch lohnt sich.“
“ ‘Was ich erlebe, male ich’ , sagt die Künstlerin. Danach befragt, wieso sie Musik male, verweist Pawlofsky auf da Vinci, der Bilder und Musik zwei Schwestern nannte.“
*










