Mehr als 20 Zitate über Kunst

(Hier hatte ich 2009 einige Zitate über Kunst ausgewählt, die mich besonders ansprachen. Nach der Beschäftigung mit dem Zitatrecht habe ich die Seite nun thematisch gegliedert, mich mit dem Thema auseinander gesetzt und den Text  darüber mit den ehemaligen Zitaten belegt…)

Vom Staunen über das Leben und die Welt  

Kunst speist sich aus vielen Quellen. Eine davon ist sicher das Staunen über die Schönheit, Kraft und die Rätselhaftigkeit des Lebens und der Welt. Es wird sogar behauptet, dass  jeder Künstler oder gar jeder Mensch der Welt und dem Leben voll Staunen begegnen muss, um lebendige Kunst zu schaffen oder lebendig zu sein wie im folgenden Zitat:

Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen. ( Albert Einstein , Einstein sagt, Piper, 2007, S. 216)

Ich glaube allerdings, dass Kunst oder Lebendigkeit von vielen anderen Faktoren abhängt, die z.B. auch im Protest und in der Verzweiflung zum Ausdruck kommen können. Für mich persönlich ist dieses kindliche Staunen allerdings ein grundlegendes Lebensgefühl, das auch viel mit meiner Kunst zu tun hat. Für mich spielt sich Leben auf so vielen Ebenen und in so vielen Verflechtungen ab, dass unsere Sinne uns nur ein „gefiltertes“ Abbild davon wiedergeben, auch um uns vor zu vielen Eindrücken zu schützen und um unser Leben übersichtlicher zu machen. Das Paradoxe dabei:  Realisten, die Menschen mit ihren Eingebungen, Impulsen, Inspirationen, Ahnungen und nicht zuletzt mit ihren Kunstwerken weltfremd, naiv und eben unrealistisch nennen, gehen oft selbst an der Realität vorbei:

Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist. (Yves Klein, Hannah Weitemeier, KLEIN, Taschen 2001, S.70; …… vor allem aber Ben Gurion zugeschrieben, siehe dazu den dritten Kommentar von khnemo und meine Antwort darauf)

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Unsichtbares …Sichtbar machen ?*

(Here’s an English translation and one of my digital images for this part)

Was haben wohl die Menschen früher in der grauen Vorzeit gedacht und empfunden, wenn sie den Mond immer wieder betrachteten ohne von ihm die geringste Ahnung zu haben? Immer wieder erschien er ihnen in einer anderen Form und verschwand manchmal sogar ganz …   Sicher ein verblüffendes Phänomen!
Wir wissen inzwischen schon lange, dass er trotzdem immer da ist, immer rund und schön, und nie verschwunden, wie immer er uns erscheint  … Ein schönes Symbol für all das, was wir sonst nicht sehen !
Viele Künstler machen nun etwas sichtbar, das man kaum oder gar nicht wahrnimmt. Ob sie nun den müden, abgestumpften Blick des Betrachters auffrischen, ihn wieder neugieriger machen oder ihm etwas zeigen, was er so noch nicht gesehen hat.

Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.
( Paul Klee beginnt so das Kapitel “Schöpferische Konfession” in ” Das bildnerische Denken”,  http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Klee  unter WERK )

Diese Künstler sind dem Verborgenen und den Kräften in und hinter allem auf der Spur.

Ich finde es wichtig, die Aufmerksamkeit auf das Denken und Machen und was sich dazwischen abspielt zu lenken, auf das Leichte und das Schwere, auf die Energie, die zwischen den beiden Polen oszilliert und unser Denken und Leben bestimmt, auf die überall verborgene Energie.
(Magdalena Jetelova,  aus  Women Artists, HRSG.Uta Grosenick, Taschen, 2005, S.163)
Ein Kunstwerk hat auch selbst oft eine Bedeutung, etwas, was man so offensichtlich gar nicht sieht:
Der Betrachter muss sich dafür Zeit nehmen,  es auf sich wirken lassen und sich damit auseinandersetzen; denn
Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol. (OscarWilde)
Ein Symbol oder ein Bild kann für jeden Betrachter ganz unterschiedliche Assoziationen, Gefühle und Gedanken hervorrufen. Das kann sich auch im Lauf des Lebens stark verändern, wie auch für den Künstler…Die Wirklichkeit sieht von verschiedenen Gesichtspunkten ganz anders aus:
Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht 100 Bilder über dasselbe Thema malen.
(Pablo Picasso, Über Kunst, Diogenes, 1988,  S.112)
Die Malerei wurde oft tot gesagt. Ich denke aber, dass sie sich allein durch die sich verändernden Sichtweisen und Standpunkte immer wieder selbst erneuert. Das unendliche, vielschichtige Unsichtbare wird sicher seinen Beitrag dabei leisten …

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Die Faszination der abstrakten Kunst

Malerei löste sich im vorigen Jahrhundert allmählich immer mehr von der detailgetreuen Abbildung.  Das Interesse der meisten Maler konzentrierte sich mehr und mehr auf freie Formen und Farben, für die sie sich durch eine “innere Notwendigkeit” entschieden:
Schön ist, was durch die innere Notwendigkeit, die der Seele entspringt, geschaffen wird.


( Wassily Kandinsky, Über das Geistige in der Kunst/ Concerning the Spiritual in Art, Dover Publications, 1977, S.55)
Dabei war das genaue Abbild der Außenwelt nicht mehr das Thema. Das hatte ja auch die Fotografie übernommen. Es ging einigen Malern mehr und mehr darum, den “inneren Klang” der Welt (ibid. S.XIII) widerzuspiegeln.
Ich habe … einen großen Sprung gemacht – vom Naturabmalen – mehr oder weniger impressionistisch – zum Fühlen eines Inhaltes- zum Abstrahieren- zum Geben eines Extraktes.
(Wassiliy Kandinsky und Gabriele Münter in Murnau und Kochel, 1902-1914, Prestel Verlag, 1994, S. 45/46 aus dem Tagebuch von Gabriele Münter)

Ich will hier in diesem Essai nur einige Aspekte dieses Phänomens wieder ins Gedächtnis zurückrufen:

Es war eins der Anliegen, Wesentliches der Welt zu entdecken und darzustellen. Dieser Ausrichtung kann man auch heute noch, mehr oder weniger abgewandelt, begegnen:
Mich interessiert die Seele des Objekts, nicht das Maschinelle daran.
(Rebecca Horn,in Women Artists,Taschen 2005, S. 157)
Oder es wird wichtig, bei sich selbst anzukommen, in sich hinein zu lauschen, aus seinem Inneren zu schöpfen, sich auszudrücken …
Kunst scheint mir vor allem ein Seelenzustand zu sein.
(Marc Chagall, Mein Leben, Hatje, 1959, S. 113)
Mit diesen Worten setzt sich Chagall von Tendenzen in der Kunst ab, die Erforschung und eine wissenschaftliche Herangehensweise anstreben. So distanziert der Künstler sich z.B. vom Kubismus, mit dem er nicht viel anfangen kann.
Etwas in sich reifen zu lassen, im richtigen Moment loszulegen, nichts vom Zaun zu brechen … das sind Prozesse, die bis zum heutigen Tage immer wieder in der Kunst groß geschrieben werden.
Nie missachte ich einen inneren Rhythmus. Ich hasse es, irgendetwas zu erzwingen …
Ich weiß, dass der innere Rhythmus für mich wesentlich ist. Ich höre darauf und halte mich daran.
(Lee Krasner, amerikanische Internetseite artquotes by Lee Krasner)
Im Arbeitsprozess und in der Entwicklung eines Künstlers ergibt sich eins aus dem anderen. Alles entsteht und verändert sich aus einer inneren Logik heraus.
Kunst ist keine Inspiration, die ich weiß nicht woher kommt, zufällig ihren Weg nimmt und nichts weiter anbietet als das pittoreske Äußere der Dinge. Kunst ist die Logik selbst, vom Genie geschmückt, einem notwendigen Weg folgend und die höchsten Gesetze in sich tragend.
(Yves Klein, Hannah Weitemeier KLEIN, Taschen, 2001, S. 84)
Yves Klein liefert selbst ein Beispiel dafür. Seine “Blaue Epoche” führt ihn ganz “logisch” zu der des kosmischen Raums, seinem Sprung in die Leere, seiner Idee eines Gesamtkunstwerks und seiner monochromen Malerei.
So fasziniert es mich z.B. auch immer wieder, im Lenbachhaus in München, die konsequente,”logische” Entwicklung der Kunst Kandinskys vom Gegenständlichen hin zur Abstraktion zu verfolgen …
Je abstrakter ein Bild allerdings wird, desto  weniger Respekt zeigt sich manchmal. Den Spruch ”Das kann ich doch auch!” haben schon viele ausgesprochen oder gehört. Viele Betrachter haben bei abstrakter Kunst auch heute noch Schwierigkeiten. Sie wird oft als verwirrend und unverständlich empfunden. Die Frage, ob das nun wirklich Kunst ist, schwingt im Raum und jeder hat sich diese wohl schon mal gestellt, vielleicht ja sogar berechtigt … Gibt es denn noch Kriterien für Kunst, für gute Kunst? Hilft das Treiben auf dem  Kunstmarkt dabei weiter?? Fragen über Fragen …, die den Betrachter immer wieder überfordern.
Doch haben wir nicht alle schon einmal ein Bild bewundert, das uns tief berührt und etwas in uns zum Schwingen bringt, gerade, weil es sich auf das Wesentliche konzentriert und vieles nur andeutet? Lädt der Maler uns nicht so manches Mal in seine ganz eigene Welt ein, in der wir gerne eine ganze Zeit lang verweilen, egal ob sie uns erstaunt, verwirrt, provoziert, entsetzt oder verzaubert? Erfindet er nicht seine eigenen Symbole und Zeichen? Wir lassen ein Kunstwerk auf uns wirken und neue Türe öffnen sich für uns …
Wir gelangen zu einer heiteren Ruhe durch die Vereinfachung der Ideen und der Form. Der Einklang ist unser einziges Ideal. Die Details stören die Reinheit der Linien, sie schaden der Intensität des Gefühls, wir verzichten auf sie.
(Henri Matisse, Über Kunst, Diogenes, 1982, S.92)
Der französische Maler Henri Matisse ist dem Ideal der Schönheit und Harmonie treu geblieben, während andere Künstler sich davon abwenden.
Die Abstraktion sucht sich eben verschiedene Bahnen.
Eine davon ist die immer größere Bedeutung von Farbe und Form allein.
Das geht so weit, dass sich im Kunstwerk nichts weiter offenbart als eben dies. Die Kunst für die Kunst eben, nichts weiter oder nichts weniger als das …
Die Kunst ist stets weit abstrakter, als wir glauben. Form und Farbe erzählen von Form und Farbe – sonst nichts.“ (Oscar Wilde )
Die Farbe allein wird z.B. zum Thema und sie wird zum Zentrum des Interesses und der Faszination:
Farbe hat wie Licht Anspruch, in der Reihe der Elemente eingestuft zu werden – Feuer, Wasser, Luft, Farbe, Licht und Erde.
(Rupprecht Geiger, Zitat an den Wänden  der Neuen Nationalgalerie, Berlin, Sommer 2008, in einer persönlichen Ausstellung des Künstlers)

Heute sieht man wieder mehr Figürliches in den darstellenden Künsten. Immer wieder widmet sich ein Künstler auch beidem, der Abstraktion wie dem Gegenständlichen. Für mich muss das kein Widerspruch sein. Auch meine Bilder pendeln zwischen Figuration und Abstraktion.

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Wie viel Kunst im Alltag?*

(Here’s  an English translation with three images for this part)

Zu unserem Alltag gehören heutzutage auch Besuche von Theater, Konzerten,  Ausstellungen, Vernissagen und viele andere kulturellen Veranstaltungen.  Nicht selten hetzen, ja reisen Leute von einem Kunstevent zum nächsten. Die Terminkalender sind auch nach der Arbeit voll …Und überall lockt die Kunst.

Der Alltag selbst ist übervoll mit Künsten und mit Kunst. Aus jedem Winkel der Erlebniswelt, von der Bankfiliale bis zur U-Bahn-Werbung, springt dich ein Kunstwerk an. Kunst: das ist Blickfang allerorten.
(Botho Srauß, Neue Nationalgalerie, Berlin, Ausstellung Thomas Demand, Sept.2009 bis Jan. 2010))

Kunst ist ein Angebot und wir können es natürlich ablehnen … Einmal braucht man ja auch genügend Geld dafür, auch wenn ein freier oder ermäßigter Eintritt immer wieder einmal angeboten wird … Darüber hinaus ist es auch nicht immer leicht, nach getaner Arbeit die geforderte Aufmerksamkeit aufzubringen und sich dazu noch mit aufwühlenden, gesellschaftlichen Problemen, Gewalt, Fragen und Kritik, ja Selbstkritik zu beschäftigen, die da auftauchen könnten …

Wollt Ihr die Kunst als Schlafmittel oder als Wegweiser? Entscheidet Euch!
(Dieter Hacker, MMZ , 02.07.09 oder als Kunstwerk )

Aber dann gibt es eines Abends wieder dieses Kunsterlebnis, das einen mit sich reißt, begeistert und beflügelt in den Alltag zurückkehren lässt; denn

Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.
(Pablo Picasso)

Kunst kann ja auch zum Vergnügen werden. Sie bietet auch Entspannung, Ausgleich und Erholung. Ja, sie kann sogar Probleme lösen und heilsam sein. Und Kunst “darf” auch wieder schön sein …

Trotzdem, auch für einen Kunstschaffenden  stellt sich immer wieder die Frage, ob es nicht besser ist, die Stille zu suchen, sich nicht ablenken zu lassen und nicht aus dem eigenen Schaffensprozess herausgerissen zu werden.

Ohne Einsamkeit kann nichts entstehen. Ich habe mir eine Einsamkeit geschaffen, die niemand ahnt. Es ist schwer heute, allein zu sein …
(Picasso, Über Kunst, Diogenes1988, S.28)

Schließlich können wir uns auch selbst Kunst in unseren Alltag holen. Die Wohnzimmerkunst ist nicht mehr so suspekt wie dies einmal der Fall war. Dabei geht es nicht nur um Bilder, Skulpturen oder Designermöbel, sondern auch um Lesungen und musikalische Veranstaltungen daheim. Ich habe z.B. zu Gartenvernissagen eingeladen … Es gibt auch wieder den einen oder anderen privaten Salon für solche Veranstaltungen.
Bei manchen gehört dies zu ihrer Lebenskunst. Lebens-Kunst, ein herrliches Wort!

Das folgende Zitat über Lebenskunst  gibt es in verschiedenen, mehrdeutigen Übersetzungen. Deswegen lasse ich erst einmal das Original zu Worte kommen und übersetze es dann so, wie ich es verstehe:
It is something to be able to paint a particular picture, or to carve a statue, and so to make a few objects beautiful; but it is far more glorious to carve and paint the very atmosphere of the day and medium through which we look, which morally we can do. To affect the quality of the day, that is the highest of arts.
(Es bedeutet schon viel, ein besonderes Bild zu malen oder eine Statue zu hauen und damit ein paar Dinge zu verschönern; aber es ist viel anerkennenswerter, welche Atmosphäre wir täglich um uns schaffen und mit welchen Augen wir alles sehen. Das können wir mit unserer geistigen Haltung. Auf diese Weise das Beste aus dem jeweiligen Tag zu machen, das ist die höchste Kunst.)
(Henry David Thoreau, Walden, Penguin Books, S.65)
Sind Lebenskünstler auf ihre Art ganz besondere Künstler? Ist ihre Art von Kunst letztendlich die bedeutendste?
Mit dieser Frage möchte ich diese Reihe beenden. In den Kommentaren finden sich noch weitere Überlegungen und Zitate. Vor allem khnemo hat in seinem dritten Kommentar noch Pfeffriges hinzugefügt.

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24 Gedanken zu „Mehr als 20 Zitate über Kunst

  1. sabine

    Hallo liebe Petra , habe die neue Website von Dir sehr genossen und finde die Zitate über Kunst zum Kommentieren bzw Diskutieren ganz besonders spannend.
    Ich finde zwar, es bedarf keinerlei Kommentar über Kunst, wie andere darüber denken, das soll jeder mit sich ausmachen. Aber da es in der heutigen Zeit häufig an Auseinandersetzung, Diskussion und Toleranz fehlt und oft Desinteresse herrscht, ist es doch ein Anreiz und eine Aufforderung dazu, sich mal wieder mit etwas zu beschäftigen, was Sinn macht, Glücksgefühle hervorruft und Erweiterung des Horizonts mit sich bringt. Ist es nicht schön, sich einmal auf etwas einzulassen, was nichts kostet, etwas bewegt, Freude macht und man sich danach so richtig wohlfühlt, etwas Wichtiges und Gutes gemacht zu haben?! Das ist Kunst durch und durch. Bravo, weiter so.

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  2. Pamela

    Guten Abend Petra,

    ich bin über die Seite von Andrea bei Dir gelandet.
    Ich interessiere mich für Kunst insbesondere die Malerei, stehe aber am Anfang. War heute in unserer Bücherei und habe mir einen wirklich stattlichen Berg an Literatur mit nach Hause genommen, um mich ein bisschen einzulesen, habe aber eigene Bilder bereits im Kopf, in der Seele im Herzen. Ich gehe gern in Kunstausstellungen und Museen. Ich finde Bilder sind wie Bücher in denen du lesen kannst.
    Ich finde Deine Seite spannend und werde gern wieder vorbei schauen.
    Über Zitate, von wem auch immer, will ich nichts sagen, sie bedeuten mir nichts, denn ich denke, jeder von uns trägt seine eigenen Zitate in sich.
    Und jeder trägt sie auf seine Weise, wenn er es möchte nach außen. Der eine malt Bilder, der nächste musiziert oder drückt sich wie auch immer künstlerisch aus.
    Ich wünsche Dir eine gute Zeit,
    Pamela

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  3. ppawlo Autor

    Herzlichen Dank für die netten, ausführlichen Kommentare!

    Zitate bringen für mich oft in wenigen Worten etwas auf den Punkt. So gut hätte man das wahrscheinlich selbst gar nicht ausdrücken können……
    Manchmal führen sie ja auch zu Fragen, neuen Überlegungen oder gar zu einer neuen Erkenntnis.
    Oder?

    Petra

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  4. khnemo

    Hallo Petra,
    ein fünfzehntes Zitat, das ich hier für Dich mitbringen wollte, kennst Du nun wohl schon aus meinem Blog. Nun, ich habe lange als Kunsterzieher gearbeitet und deshalb erscheint mir dieses als sehr zutreffend. Da ich mich selbst nicht so sehr als Künstler gesehen habe, sondern eher als Vermittler/Erklärer/Mut-machender … finde ich nun Deine Zitatensammlung durchaus anregend und Deine Fragestellung »Zunge ab? oder : Sich über die eigene Kunst äußern?« sehr interessant.
    Deshalb setze ich meinen Kommentar nun dort fort …

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  5. ppawlo Autor

    Lieber khnemo ,

    dieses 15. Zitat habe ich auch schon für meine Seite in Erwägung gezogen.
    Matisse sagt ja auch etwas ganz Ähnliches: „Nicht auf die Inspiration warten. Sie kommt beim Arbeiten.“ (Matisse, Über Kunst)
    Erst in der letzten Zeit strecke ich bei wordpress meine Fühler aus und begebe mich in andere Webwohnzimmer … Und es wird langsam voll interessant!
    Bisher hatte ich nur Deine ganz aktuellen Seiten angesehen und so das Picassozitat noch nicht entdeckt.
    Ich fand alles sehr ansprechend!

    Liebe Grüße , Petra

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    Antwort
  6. khnemo

    Liebe Petra,
    »Webwohnzimmer« ist echt eine lustige Bezeichnung, gerade auch bezüglich der darin enthaltenen Widersprüchlichkeit. Also bist Du gern eingeladen und damit Du Dich nicht unnötig verläufst – zwei drei Wegweiser:
    Die »Pages«, ganz oben in der rechten Spalte haben bei mir eine ähnliche Funktion wie Dein »Roter Faden«. Sie sind immer sichtbar, gleich den Seiten einer klassischen Homepage.
    Die »Categories« sind gewissermaßen von mir definierte »Klingelknöpfe« für meine »Webwohnung«. Hier musst Du selbst wissen bzw. selbst entscheiden oder einfach nur vermuten, wo Du hin willst. Da Du Dich natürlich für Bildende Kunst interessierst, kannst Du gleich entdecken, dass sich nach einem Klick auf diesen »Klingelknopf« eine Liste von zur Zeit 39 Einträgen öffnet, die alle irgendwie etwas mit »BK – Bildender Kunst« zu tun haben. Probiere es einfach aus (keine Sorge, es geht nichts kaputt) – auf alle Tags und Kategorien der einzelnen Beiträge kannst Du ebenfalls klicken und jedes Mal öffnen sich die entsprechenden Listen. Dieses Prinzip gilt übrigens für die meisten der WordPress-Wohnzimmer und auch für viele andere »Netz-Häuser«. – Nun, viel, viel Spaß beim »Klingel-Klick« ! …
    Einen schönen Sonntag wünsche ich Dir und grüße Dich – KH

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    Antwort
  7. ppawlo Autor

    Noch einmal Danke, lieber KH!
    In Deiner Schatzkammer habe ich viel Interessantes, Anspruchsvolles, aber auch viel Verspieltes und Lustiges entdeckt!!

    Herzlich, Petra

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    Antwort
  8. khnemo

    Hallo, Petra
    nun bin ich wieder hier –
    in gewisser Hinsicht schreibt Pamela oben in ihrem Kommentar schon ganz zutreffend: »Jeder trägt wohl seine eigenen Zitate in sich« bzw. formt sich aufgefundene etwas um, so wie ich es mit meinem Picasso-Zitat tat. Es bekam so für mich eine etwas allgemeinere »didaktische« Aussagekraft, was Du ja auch prompt ganz gut fandest. Da hätte ich auch gleich noch eins, das hier in meinem Berliner Kunsterzieher-Kollegenkreis gern »zitiert« wurde: »Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit«. Wer wollte dem widersprechen!?
    Im Übrigen sollte man immer bedenken, dass Zitate oft aus jedem Zusammenhang gerissen erscheinen und zuweilen sogar falsch zugeordnet werden. Das Zitat, »Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.«, hier bei Dir anscheinend von Yves Klein, wird Ben Gurion zugeordnet, was zwar der Aussage nicht schadet, aber evtl. ein kleines Durcheinander anrichtet.
    Das Zitat von Paul Klee wiederum, »Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar«, ist mir seit meiner Studienzeit, ebenfalls aus didaktischen Gründen, sehr vertraut, fordert es doch die Fragestellung heraus, was da nun jeweils sichtbar gemacht wird … Viele Zitate überschreiten meiner Meinung nach auch eine Grenze und wandern hinüber ins Ideologische. Damit kann ich dann nichts mehr anfangen. Erfrischenderweise gibt es Künstler, die darauf ganz provokant reagierten und in etwa folgendes schrieben: »Das Publikum ist durch die bisherige Handhabung unserer Kunst gewöhnt, einem Bilde gegenüber vor allem eine feierliche Langeweile zu empfinden, die sich in einem noch langweiligeren Hang zu kritisieren ausgießt.« – (Moritz von Schwind), »Die Kunst ist viel zu wichtig, als dass man sie der Kunstwelt überlassen dürfte.« – (Jochen Gerz) oder ganz böse: »Ich glaube wirklich an leere Räume, obwohl ich als Künstler viel Müll produziere. Ein leerer Raum ist nie vergeudeter Raum. Ein vergeudeter Raum ist jeder Raum, in dem Kunst ist. Ein Künstler ist jemand, der Sachen produziert, die keiner haben muss. Er nimmt aus irgendeinem Grund jedoch an, es sei eine gute Idee, seine Mitmenschen mit Kunst zu versorgen…“ (Andy Warhol), oder sehr, sehr ernst: »Die einzige Sache, die uns von unseren Nichtigkeiten tröstet, ist die Zerstreuung und sie ist dabei die elendste unserer Nichtigkeiten… Ohne sie wären wir in der Langeweile … Aber die Zerstreuung unterhält uns und führt uns empfindungslos zum Tode.« – (Blaise Pascal). Diese »Zitate« habe ich aus einem künstlerischen »Projekt über das Aufhören« und zusammen mit noch vielen weiteren in der Art bei einem Freund in einem großen Schrift-Bild an einer Wand lesen und mir herausschreiben dürfen. Zusammen mit Deinen vierzehn Zitaten tut sich hier also ein riesiges Spektrum auf – gewissermaßen von einer großen Harmonie bis zu Verneinung und Verzweiflung. Mir selbst entspricht nun eher noch folgender Satz, der wohl von Einstein ist: »Imagination is more important than knowledge… «, obwohl auch dies falsch verstanden werden kann. Und weil das mit dem Wissen zuweilen so eine Sache ist, übernehme ich für die Richtigkeit der Zitate lieber keine Garantie …
    Wenn ich richtig zähle, sind jetzt einundzwanzig Zitate hier auf Deiner Seite versammelt – Provokantes oder eher Besinnliches – und viel Stoff zum Nachdenken!?
    – zusammen mit einem lieben Gruß von KH

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  9. ppawlo Autor

    Hallo KH,

    als ich eben Deinen langen neuen Kommentar sah, habe ich erst einmal laut losgelacht! Du wirst ja nicht von mir erwarten, dass ich jetzt noch mal die vielen neuen Zitate durchzähle?
    Auf jeden Fall danke ich Dir für den enormen Zuwachs und einen echt total erfrischenden Kommentar dazu!!! Das gibt jetzt dem Ganzen den Pfeffer!
    Ja, als ich erfuhr, dass das Motto zur Woche der Brüderlichkeit von Ben Gurion mein 2. Zitat ist, das ich nur von Yves Klein – aber eben auch nur aus dem zitierten Buch, Seite 70, – kenne, war ich auch verdutzt! Ich zitiere nur aus dem Buch. Persönlich gesagt hat’s mir Yves Klein natürlich nicht!
    Alle diese Zitate spielen geistreich und humorvoll auf allgemeine Erfahrungen wie „feierliche Langeweile “ oder „zumüllen“ an. Pascal hat damals bereits etwas gut ausgedrückt, was jetzt hochaktuell ist: die Zerstreuung … Schwer, ihr zu entkommen …
    Ich finde solche Zitate immer wieder faszinierend. Sie sind wie ein Aha-Erlebnis! Aber ich kann auch gut verstehen, wenn man keine Zitate mag .

    Ich hoffe, ich werde noch oft Kommentare von Dir lesen! Danke, khnemo!
    Also dann gehe ich mal wieder an meine „Müllproduktion“!

    Liebe Grüße, Petra

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    Antwort
  10. ppawlo Autor

    Hallo Christiane,
    khnemo zitiert oben den bekannten Spruch von Karl Valentin:“ Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Ist es veilleicht dieser???
    Oder passt Warhols Spruch:“Geld verdienen ist Kunst und Arbeiten ist Kunst und gute Geschäfte machen ist die größte Kunst.“ ?
    Mir kommt da wieder einmal Matisse, der immer wieder den Aspekt der Arbeit betont:“Man versetzt sich in eine schöpferische Verfassung durch gewissenhafte Arbeit.“(aus dem oben zitierten Buch Matisse Über Kunst, S,125) Er betont immer wieder, dass ein Bild nicht „auf den ersten Wurf entsteht, sondern eine lange Arbeit erfordert (S.92).
    Es gibt auch ein ganzes,bekanntes Buch von dem zeitgenössischen amerikanischen Designer Milton Glase mit dem Titel „Kunst ist Arbeit“
    Hilft’s weiter? Oder wer weiß da Passenderes?

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  11. Armin Merkel

    Hallo..mit dem gesuchten Zitat kann ich auch nicht dienen 🙂
    Ich würde “ Kunst ist Arbeit “ wohl auch genau so stehen lassen ! Kunst ist genau das..und zwar in erster Linie..ohne Arbeit keine Kunst . sie fällt nämlich nicht vom Himmel.
    irgendwie muss sie ja entstehn.
    Zuerst ist es nur eine Idee…noch unstofflich.. Sie frisst sich fest..und wird gedanklich immer weiter aus – „Gearbeitet“ Das Bild im Kopf wird immer weiter entwickelt…auf Technische Ausführbarkeit geprüft..Psychische Arbeit…aber Arbeit.

    Dann die Umsetzung……Arbeit..

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    Antwort
    1. ppawlo Autor

      Hallo, ich habe erst heute diesen so netten, ausführlichen Kommentar als Spam gefunden!?
      Herzlichen Dank für diesen Beitrag!
      Ja,da stimme ich zu,die Worte treffen den Kern …und werden von dir auch noch einmal treffend beschrieben.
      Aber ich kenne auch manchmal herrliche Momente, dass ein Bild wie von selbst entsteht, als ob ein Engel-Schlingel
      für mich gemalt hätte…
      Mit der Kettensäge in der Hand geht das wohl nicht ;)…

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      Antwort
    1. ppawlo Autor

      Danke, Birgit! Jetzt freu ich mich erst einmal über meinen zweiten Blog Award!!
      Was ich daraus mache, entscheide ich allerdings erst später…Bin nämlich eben erst von einer Reise zurück …

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      Antwort
  12. gkazakou

    Liebe Petra, ich bin auf deiner Seite gelandet, nachdem du meine gefunden hast. Nun werde ich die viel versprechenden Texte nach und nach lesen und deine Bilder anschauen. Ich freue mich auf unsere Blog-Bekanntschaft. Gerda

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    Antwort
  13. wortsonate

    Eine wunderbare Zitatinterpretation, Besonders das mit dem Das Kunst wäscht den Staub vom Alltag deiner Seele. Jeder hat ja irgendwie auch ein anderes Kunstempfinden, das sehe ich oft bei jungen Künstlern. Die einen verstehen es sofort, die anderen haben nur Fragezeichen auf der Stirn

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    Antwort
  14. PPawlo Autor

    Herzlichen Dank für den schönen Kommentar!
    Vielleicht könnte man auch sagen, dass der Blick schon ganz getrübt war von Alltag und Gewohnheit und plötzlich kommt da etwas daher, das neuen Schwung und neue Sichtweisen bringt . Vielleicht öffnet man auch die Augen wieder wie Kinder das tun…
    Aber sicher, es gibt auch ganz andere Ansichten…
    Schön, dass du hier warst!

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  15. Pingback: Zitiere ich nun richtig? | da sein im Netz

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