Die Widerstandskraft stärken /Strengthening resilience 1*

Summary below

(Dies ist mein fünfter Beitrag zum Projekt Kinder im Aufwind. Bisher ging es um die Bedeutung der liebevollen Zuwendung der Wegbegleiter, um die Zeit, die wir dem Kind zur freien Verfügung stellen und die Rechte der Kinder…Inzwischen gibt es die Seite  Fundgrube für das Projekt “Kinder im Aufwind” (eine thematisch gegliederte Inhaltsangabe des Projekts) )Und die Seele kommt nicht mit, D4b c(Aktuelle digitale Variation des Gemäldes „Und die Seele kommt nicht nach“, 2005)

Und wie schaffen es Kinder in unserer heutigen Zeit nun, mit all den aktuellen Problemen fertig zu werden?  Wie kommen sie mit traumatischen Erlebnissen zurecht?

Und die Seele kommt nicht nach 2011

 (Und die Seele kommt nicht nach, 2011, Arbeit mit Fotopapier)

Traumatische Erlebnisse gehören zum Leben dazu. Kindern wurde schon zu allen Zeiten einiges zugemutet. Das Erfreuliche dabei ist, dass die Kinder normalerweise genug Kraft haben, sich davon zu erholen, ja, dass sie ihre Widerstandskraft (Fachausdruck: Resilienz) sogar noch stärken können und Schlimmes damit besser verkraften. Das gilt auch für die Erwachsenen in jedem Alter. Es geht dabei allerdings um ein gutes Körpergefühl, das man trainieren kann, und das Wissen um den emotionalen Bewältigungsprozess nach einem Trauma.

Erwachsene spielen für das Kind eine Hauptrolle in Krisensituationen. Wenn diese Ruhe bewahren können, und sie nicht voll Angst um das Kind zittern, können sie viel bewirken. Deshalb ist es die erste Aufgabe der Eltern, erst einmal für sich und die eigene Ruhe zu sorgen, dass sich das Kind durch ihre Präsenz wieder beruhigt.. . Es bekommt nämlich genau mit, wie es den Erwachsenen mit der Situation geht und orientiert sich daran.

Und die Seele kommt nicht mitwebRS, 2005

„Und die Seele kommt nicht nach“, 2005

„Wenn  Eltern durch ihre Körpersprache und ihre Worte Sicherheit vermitteln, können Kinder veränderte Bewusstseinszustände wie einen Schock erstaunlich schnell überwinden …“ ( Peter A. Levine/Maggie Kline, Kinder vor seelischen Verletzungen schützen, Kösel, 2008, S.62/63, s. Bild unten)  Ist das nicht eine gute Nachricht? Mehr dazu im Beitrag II zu diesem Thema.

Kinder im Aufwind - Lektüren.jpg

Der Trauma-Therapeut Peter Levine und die Familien-und Kindertherapeutin Maggie Kline, die Autoren des zitierten Buches, sind Vertreter des „Somatic Experiencing“. Mit dieser ganzheitlichen, körperorientierten Methode  können sich die Nachwirkungen von Traumata allmählich und schonend auflösen.  Das Buch ist gut verständlich geschrieben. Es  ist voll von Tipps , Beispielen, Übungen, Spielen, Reimen, es gibt Tipps für besondere Situationen wie Unfälle, Vorbereitung auf eine Operation, Schmerzen, Amokläufe und Mobbing ,widmet der gesunden kindlichen Entwicklung in den verschiedenen Altersstufen ein Kapitel, um dann auch über sexuelle Übergriffe, Scheidung, Tod, und schließlich Terror zu schreiben. Ein Buch, das trotz dieser Thematik Mut macht!  Wer sich in die Thematik vertiefen möchte, findet hier viel Interessantes.

Abschließend möchte ich noch auf weitere hilfreiche Links und Lektüren hinweisen:

*Ebenfalls von Peter A. Levine (Autor):

Vom Trauma befreien – Wie Sie seelische und körperliche Blockaden lösen (inkl. CD) Gebundene Ausgabe – 2011

  **Wen das folgende GEOheft „Was Kinder stark macht“vom Juni 2016 interessiert, kann hier Näheres über den Inhalt erfahren:

Was Kinder stark macht Geoweb

***online aktuell:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/tipps-so-reden-sie-mit-kindern-ueber-gewalt-und-terror-a-1104434.html

****http://www.t-online.de/eltern/kleinkind/id_63448074/tid_pdf_o/kinderpsychologie-hochsensible-kinder-haben-es-im-alltag-schwer.html

*****Immer wieder können sich Kinder in unserer hektischen Welt nicht mehr konzentrieren, kommen kaum zurecht und sind oft gereizt. Gute Tipps für den Umgang mit nervösen Kindern und denen mit ADHS bietet die AOK mit ihrem kostenlosen, praxisorientierten, klaren ADHS-Elterntrainer , der den Alltag für alle Beteiligten erleichtern kann. Reinschauen lohnt sich auch bei noch nicht so großen Problemen.

Summary

How can a child cope with all the urgent problems and traumatic experiences of our time? These have always been a part of life. Good news: Normally children are strong enough for self-healing. Parents and other adults play an important role in it, however. When something terrible happens they have to calm down first to help the child. It’s incredible to what degree composure can influence and calm the child, too. More about it in the next article.

Bisherige  Teilnehmerliste :

Herzlichen Dank!

Macht doch auch mit ! Die Hinweise  dazu findet Ihr im ersten Beitrag der Reihe

 Eigene Beiträge/ my own articles

Kinder im Aufwind (Einführung)

Liebevolle Wegbegleiter

Von Zeitdruck, Hektik und Ruhe

Kinderrechte

Die Widerstandskraft stärken 1

Die Widerstandskraft stärken/Strengthening resilience 2*

Generationenreigen/ Round Dance of Generations*

Malen, Singen, Rhythmus: unbedingt!*

Die Kraft in der Ruhe/ Strength in calm 1

Die Kraft in der Ruhe/Strength in calm 2

Geborgen? In security?*

Geborgen?/In security ?2

Gemeinsam stark

Und wie sag ich’s nun meinem Kind?*

Wie die Angst vergeht / How fear disappears*

Weitere Beiträge/ Further articles

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Kinder erfahren und Eltern sprechen

Schlüsselerlebnis

Unverbraucht

Ballade für Marie 

Random Randomsen

Die Kinderwelt ist Klang

Pity the child

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Eternity in progress

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Tomine &Tyler

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3 Buchbesprechungen:

Ausgegrenzt und Ausgebeutet in Zusammenarbeit mit Amnesty Intenational

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Reiner Engelmann: Schlaglicht – Zur Lebenssituation von Kindern hier und anderswo

Ulrike Sokul

2 Buchbesprechungen:

Henriettes Heim für schüchterne und ängstliche Katzen

Titus und der verwunschene Wald

Mitzi Irsaj Kinder im Aufwind – ein Projekt von Petra Pawlofsky und ein kleiner Beitrag von mir

vro jongliert Kinder sind keine Prüfung

 

 

38 Gedanken zu „Die Widerstandskraft stärken /Strengthening resilience 1*

  1. Pingback: Kinder im Aufwind/Children Upwind* | da sein im Netz

  2. Pingback: Kinderrechte/ Children’s rights* | da sein im Netz

  3. Pingback: Rainer Engelmann: Kinder: ausgegrenzt und ausgebeutet: In Zusammenarbeit mit Amnesty International |

  4. Pingback: Von Zeitdruck, Hektik und Ruhe* | da sein im Netz

  5. Pingback: Liebevolle Wegbegleiter/Affectionate company* | da sein im Netz

  6. Pingback: Freitag, den 02. September 2016 | Kulturnews

  7. Sylvia Kling

    Wow! Du gibst uns allen viele, hilfreiche Informationen und Denkanstöße.
    Gerade auch für mich, die noch einen 13-jährigen Buben zu begleiten hat, ist dieser Beitrag wieder einmal mehr eine Erinnerung. Auch wir Erwachsene sind nicht perfekt, haben unsere Schwächen und müssen täglich an uns arbeiten.
    Da ist es von großer Wichtigkeit, sich immer wieder einer Selbsrefexion zu unterziehen und uns schon im Kleinen unserer Verantwortung bewusst zu werden.

    Herzliche Grüße

    Sylvia

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    1. PPawlo Autor

      Liebe Sylvia,

      na, da lohnt sich ja die Arbeit!Doch auch für mich lohnt sie!
      Es gibt inzwischen doch neuere, vielversprechende Ansätze!
      Und ich versteh jetzt so manches in meinem Leben besser!
      Hab herzlichen Dank für die schöne Rückmeldung!
      Schaust du bitte noch mal bei meinen Kommentarantworten beim letzten Beitrag,
      ob du den letzten an dich übersehen hast? Da gibt’s noch keine Antwort…
      Herzlich, Petra

      Gefällt 1 Person

      Antwort
  8. Random Randomsen

    Oh, ja. Ein sehr wichtiges und in jedem Alter wieder und wieder aktuelles Thema. Die Art und Weise des Umgangs mit Traumata entscheidet ja sehr stark darüber, ob man daran wachsen und Stärke gewinnen kann, oder ob sie einen zerknicken, aufreiben, auffressen…
    Einmal mehr ist das Thema in den Bildern auf faszinierende Weise umgesetzt. Vor allem weckt die sehr unterschiedliche Gestaltung ganz verschieden geartete Empfindungen. Das Original weckt unmittelbar Betroffenheit. Und dennoch ist es die digitale Variation, die mich zutiefst im Herzen erschüttert. Wahrscheinlich vor allem deshalb, weil da diese Herrlichkeit sicht- und spürbar ist, derer diese Menschen verlustig gehen.
    Auch ohne traumatische Erlebnisse kann es klug sein, manchmal auf die Seele zu warten. Wie es Henning Kvitnes in einem seiner Lieder so schön ausgedrückt hat (meine freie Übersetzung des Refrains):
    «Manchmal musst du ganz einfach
    ein wenig auf die Seele warten
    So dass sie ihren Weg zu dir findet
    Manchmal musst du ganz einfach
    ein wenig auf die Seele warten
    Also lauf nicht davon
    Atme einfach»

    Gefällt 1 Person

    Antwort
    1. PPawlo Autor

      Das ist wieder ein wunderbares Feedback!! Herzlichen Dank dafür!
      Ja, diese Erfahrung zu machen, dass die Verarbeitung von Traumen oder Trauerarbeit stärker machen können, ist schon verblüffend…Allerdings geht eben doch auch etwas verloren… Es ist Erfahrung von Licht und Schatten eben…
      Mich freut natürlich sehr, wenn mein Bild so tief ergreifend wirken kann!! Und das dann mitgeteilt zu bekommen ist ein Geschenk!
      Eigentlich hatte ich es damals im Bewusstsein gemalt, dass der Alltag bei vielen bereits oft so ausschaut und ich finde, es passt sogar jetzt zum Thema Trauma, ein traumatischer, lebloser Alltag und genau, der Verlust von eigentlichem Leben, das so ganz anders daher kommen könnte oder sogar kommt und wir bemerken es einfach nicht. Kinder sind für mich darin viel mehr verankert. Sie warten auf die Seele (Dank für diese schönen Zeilen!), wenn man sie nur lässt .

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      Antwort
      1. Random Randomsen

        Der Verlust ist immer ein Faktum. Und ich bezweifle, dass man das jemals wirklich als abgeschlossen betrachten kann. Aber man kann so weit kommen, dass selbst ein riesengroßer Verlust mit der Zeit nicht mehr lebensdominierend wirkt, indem man einem im Ausgangspunkt sinnlosen Ereignis einen Sinn gibt.
        Auch wenn die Situation nicht in allen Punkten vergleichbar ist – dass man neben dem Leben (bzw. der Seele) steht, kann sowohl durch traumatische Ereignisse geschehen, als auch fast unmerklich, schleichend. Insofern lassen die Bilder zweifellos beide Deutungen zu. Und letztlich kann es auch eine traumatische Erfahrung sein, wenn jemand die graduelle Lebensentfernung urplötzlich erkennt.

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        1. PPawlo Autor

          Weise Gedanken schickst du mir da! Besonders gefällt mir das Wort nicht mehr „lebensdominierend“ und „einem sinnlosen Ereignis Sinn geben“ …GUT!
          Ja, ich finde auch, dass beide Interpretationen gut passen und die dritte Möglichkeit, die du ins Feld führst, trifft ja in deinem aktuellen Beitrag zu. Da geh ich gleich rüber! 🙂
          Ganz herzlichen Dank!

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          1. Random Randomsen

            «Weise Gedanken» – das ist liebenswürdig gesagt. 🙂 Und vielleicht wird man ja tatsächlich durch Schaden klug. Irgendwie.
            Lebensdominierend schien mir einfach die passende Ausdrucksweise. Weil man damit nicht so tut, als wäre alles abgehakt, aber trotzdem zum Ausdruck bringt, dass sich Dinge (wieder) zum Besseren gewendet haben. Bzw. eben gewendet wurden.
            Auf dieses „dem sinnlosen Ereignis Sinn geben“ werde ich in einem der nächsten Beiträge noch ausführlicher zu sprechen kommen.
            Stimmt, die Geschichte von Lene Marlin zeigt, wie traumatisch es sein kann, wenn jemandem die schleichend erfolgte Lebensentfernung schlagartig bewusst wird.

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            1. PPawlo Autor

              Hab herzlichen Dank!
              Es tut gut, dass Lene Marlin offensichtlich ihre Balance gefunden hat! Und auf dieses „dem sinnlosen Ereignis Sinn geben“ bin ich gespannt! Erinnert mich irgendwie an Existentialismus…;))
              Wir haben übrigens einen neuen Beitragslink aus dem prallen Eltern-Kindleben! Ich freue mich sehr!

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              1. Random Randomsen

                Ja, ich freue mich sehr für Lene Marlin. Und es gefällt mir auch, dass sie dadurch zeigt, dass jemand im Musikgeschäft durchaus auch „nach eigenen Noten mitspielen“ kann.
                Die Spannung dürfte vorläufig noch erhalten bleiben – noch bin ich nicht ganz schlüssig, wie weit ich beim geplanten Beitrag gehen will.
                Den neu verlinkten Beitrag habe ich mir angesehen. Eine neue BeiTrägerin, die eine ganz neue Facette zum Gesamtbild beiträgt (und die erst noch über einen Domino-Effekt zum Projekt gestoßen ist) – das ist doch klasse! 🙂

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                  1. Random Randomsen

                    Das ist mir ja zunächst nicht einmal aufgefallen, dass sie aus einer „anderen Blogwelt“ kommt. Erst beim Kommentieren – weil das Kommentarfeld sich so seltsam benommen hat. 😉 Mir ist das nämlich zunächst (mit der Option „schreiben als WordPress“) auch in die Binsen gegangen. Allerdings habe ich im Browser dann zurückgeblättert bis zu der Stelle, an welcher der Kommentar geschrieben, aber noch nicht gesendet war. Dann habe ich als Option „Kommentar schreiben als Name/URL“ gewählt und Namen und Internetadresse von Hand eingefügt.

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                    Antwort
                    1. PPawlo Autor

                      Na prima, das ist eine echte Hilfe für mich! Ich versuch’s also noch einmal (sobald das Schmollen über die langen verloren gegangenen Texte abgezogen ist…und ich wieder Lust und Zeit dazu habe) und werde jedenfalls die Texte vorher kopieren, dass sie nicht mit einem Klick verloren gehen. Danke! 🙂

                      Gefällt 1 Person

                    2. PPawlo Autor

                      Ja, das kann ja mal vorkommen! 😉 Kapiert hab ich den Vorteil des Kopierens schon, aber jetzt sollt ich’s auch mal regelmäßiger tun… Ich glaube aber, mit diesem Erlebnis wird’s jetzt fester Bestandteil meiner Gewohnheiten…:)

                      Gefällt 1 Person

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