Die Widerstandskraft stärken/Strengthening resilience 2*

Summary below

(Dies ist mein 6. Beitrag zum Projekt Kinder im Aufwind.  Hier findet Ihr Teil 1 von „Die Widerstandskräfte stärken“ Inzwischen gibt es die Seite Fundgrube für das Projekt “Kinder im Aufwind” (eine thematisch gegliederte Inhaltsangabe des Projekts) )

Früher wurden Kinder bei schlimmen Erlebnissen oft abgelenkt „Dreh dich doch um, dann bekommst du nichts mit“ „“, „Du hast nichts gesehen, hörst du?„…Die Devise „Immer nur lächeln! “ machte aus einem verängstigten Kind ein schwieriges Kind: Es konnte sich nicht genug „zusammenreißen“.  Heute dagegen  nehmen wir die Gefühle der Kinder ernst und gehen meist auf diese ein. Das Kind soll darauf  hören und darf sie ausdrücken.

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(Ins Gleichgewicht kommen, digitale Arbeit, 2016)

Ein Kind kann so ein gutes Körpergefühl entwickeln,und sein Nervenkostüm gerät nicht so schnell außer Kontrolle. Das schafft Selbstbewusstsein und größere Ruhe. Es  lernt auch , dass auf jede Anspannung wieder eine Entspannung und Erleichterung folgt. Es  kennt dieses Pendeln in sich. Und das gibt die nötige Zuversicht.

Wenn eine Schocksituation eintritt, muss sich der Erwachsene erst einmal selbst beruhigen und  für ein beruhigendes Umfeld sorgen. Dann erst kann er sich stützend um das Kind kümmern. „Es ist vorbei!  Du fühlst dich bald besser! Ich bleibe bei dir, bis du dich wieder gut fühlst.“

Wenn das Kind weint, zittert… heißt es, alle Gefühle, die das Kind zeigt, zu bestätigen: „Du hast einen Schock.“ „Das machst du gut! Das geht vorbei! „“ Das ist normal! „

Und wieder gilt es, dem Kind die Zeit, die es braucht, zu schenken. Zwischendurch tief durchatmen, ausruhen…

Peter Levine, an dessen Methode ich mich hier halte, schlägt auch vor, eine Lebkuchenfigur auszumalen, die mit Farben die Gefühle des Kindes wiedergibt.(Peter A.Levine /Maggie Küne „Kinder vor seelischen Verletzungen schützen“, Köselverlag s.145, s.Abbildung danach ganz unten)

Es tut gut, die Szene lösungsorientiert mit Stofftieren, Geschichten, und Rollenspielen zu einem guten Ende zu führen, dass aus der Ohnmacht zur Aktivität zurückgekehrt wird und neues Selbstbewusstsein erwacht.

Manchmal reicht das schon.  Sonst helfen In der nächsten Zeit  Gespräche, Malen, Spiele, Modellieren, die Beschäftigung mit den eigenen Träumen weiter, bis das Kind sich wieder normal verhält.

Ein Nerrvensystem, das Stress und Loslassen von Stress gewöhnt ist, ist weitaus gesünder als eines, das durch ständige Anspannung belastet ist. Wenn wir unsere Kinder darin bestärken, sich ihren instinktiven Reaktionen zuzuwenden, werden sie belohnt mit dem lebenslangen Vermächtnis von Gesundheit und Lebenskraft!

(Peter A.Levine /Maggie Küne „Kinder vor seelischen Verletzungen schützen“, Köselverlag, S.65. )

Stellt sich Normalität nichtwieder  ein, ist professionelle Hilfe angesagt. Es gilt dann, sich unter den verschiedenen Traumatherapien und Therapeuten umzuschaun…

Bleibt die Frage, wie die Erwachsenen all das schaffen sollen…Heutzutage verlangt der Beruf von beiden Eltern sehr viel und daheim gibt es nicht nur ein Machtwort und dann ist Ruhe…

Es ist eine gute Entwicklung, dass die Aufarbeitung und Vorbereitung zunehmend auch in Schule, Kitas und Krankenhäusern übernommen wird. Der Staat ist außerdem gefragt, die jungen Eltern tatkräftig und finanziell zu unterstützen.

Der Seiltänzer gyweb.jpg

(Der Seiltänzer, digitale Arbeit, 2016)

Summary

Nowadays a child’s feelings  are respected. They can be expressed and shown. A child with a good body sensation has got better nerves, vitality and health, stronger self-confidence and more self-control. It has learned that  there’s relaxation after stress and strain like a pendulum. That gives hope in a traumatic situation. In such a situation the adult has got to keep calm, look for a safe place  and  confirm the child that it is all over now and that it will feel better soon. And that he/she will stay with the child so long. . It’s important to accept all the feelings a child shows and to say that it’s normal. It must be told that it’s  in a shock right now and that this will be over soon. It must be given the time it needs .

It’s good to go on in a solution-oriented way: to lead the traumatic event to a happy ending in story-telling, rhymes, with dolls and teddies etc. Paintings, role-plays, talk, a gingerbread child to show the child’s feelings might be helpful, toon (see the image below)

If nothing helps the child needs a therapy and you’ll have to choose among the different methods . For this text I’ve chosen Peter Levine’s method of somatic healing.

About Levine’s method  in English see:

https://www.youtube.com/watch?v=ByalBx85iC8 , a YouTube video with him

https://www.psychotherapy.net/interview/interview-peter-levine

Lebkuchenkind

Bisherige  Teilnehmerliste :

Herzlichen Dank!

Macht doch auch mit ! Die Hinweise  dazu findet Ihr im ersten Beitrag der Reihe

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Die Widerstandskraft stärken 1

Die Widerstandskraft stärken/Strengthening resilience 2*

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Die Kraft in der Ruhe/ Strength in calm 1

Die Kraft in der Ruhe/Strength in calm 2

Geborgen? In security?*

Geborgen?/In security ?2

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26 Gedanken zu „Die Widerstandskraft stärken/Strengthening resilience 2*

  1. Pingback: Rainer Engelmann: Kinder: ausgegrenzt und ausgebeutet: In Zusammenarbeit mit Amnesty International |

  2. Sylvia Kling

    Immer wieder erfahre ich Wissenswertes bei Dir.
    Auch Deine Bilder sind wieder himmlisch, liebe Petra!
    Bald gibt es auch von mir wieder Neues zum Projekt und ich freue mich so sehr, dass Du es ins Leben gerufen hast!

    Sei herzlich gegrüßt

    Sylvia

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    1. PPawlo Autor

      Liebe Sylvia, Danke für deine voll nette Rückmeldung! 🙂 Und dass Du wieder etwas für Kinder im Aufwind planst, ist ja super! Irgendwann, wenn’s immer mehr werden sollte, werde ich eine Extraseite mit Links und Kurzbeschreibungen , vielleicht auch in einem Inhaltsverzeichnis zum Nachschlagen bereitstellen…Das dauert aber noch…
      Herzlich, Petra

      Gefällt 2 Personen

  3. Random Randomsen

    Hach! Da erreicht der Aufwind ungeahnte Dimensionen. Ein Text. Wertvoll. Reich an nützlichen Inhalten. Aber einmal mehr sind es die Bilder, die magisch-magnetisch meine Aufmerksamkeit für sich einnehmen. Ganz still und leise. Aber nachdrücklich. 🙂
    Jedes der Bilder hält seine ganz besondere „Überraschung auf den zweiten Blick“ bereit. Bei „ins Gleichgewicht kommen“ liegt sie in der Farbgebung. Ich bin zunächst geneigt, sie für düster zu halten. Aber das stimmt so nicht. Nur weil sie nicht hell oder gar grell ist, muss sie noch lange nicht düster sein. Das wäre so, als würde man unterstellen: Wer nicht laut lacht, ist traurig. Das Motiv wirkt beschwingt-optimistisch. Aber das könnte ein Strohfeuer sein. Erst die besondere Farbtönung macht den inneren Frieden sichtbar. Das ist nicht (vielleicht naiv-halbblinder) „Optimismus von der Stange.“ Da besteht ein Fundament.
    Bei „Widerstandskraft stärken 1“ wirkt dieser Aufwind-Drachen irgendwie verloren und fast schon absurd. Was hat dieser unbekümmerte Aufwärtssteiger in dieser vor Niedergeschlagenheit strotzenden Szene bloß zu suchen? Doch, richtig. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und selbst dann, wenn uns dies allem Anschein nach wie ein Hohn vorkommt – innerlich haben wir eine tiefe Gewissheit: Genau so ist es.
    Bei „In der Ruhe liegt die Kraft 2“ weckt dieses intensive Rot zunächst positive Assoziationen. Aber es macht mich auch misstrauisch. Ist da vielleicht eine verzehrende innere Glut? Dennoch weckt die Ausstrahlung der Person Zuversicht. Dieser Mensch steht nicht am Rande einer Eruption oder Explosion. (zumindest nicht mehr)
    Auch „der Seiltänzer“ überrascht. Er überquert das Seil nicht vorsichtig – mit langsamen Schritten. Er tanzt wirklich. Total in Balance. Sensationell. Aber nimmt ihn überhaupt jemand wahr? Scheint nicht so. Aber er tanzt um des Tanzes willen. Und das potenzielle Publikum (allesamt mögliche Nachahmer) bleibt vorerst in den Niederungen selbstgeschaffener Alltagsgefängnisse eingekerkert.

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    1. PPawlo Autor

      Guten Morgen, lieber Random! Was für einen unglaublich schönen Kommentar Du mir da geschrieben hast ! Es tut mir so gut, wenn diese Bilder, die ich ja auch wie einen Pfeil in die Welt geschickt habe, so gut bei Dir ankommen! Und das auch noch „magisch-magnetisch“ ! 🙂
      Du gehst sogar ausführlich auf jedes einzelne Bild ein und widmest ihnen nicht nur den zweiten Blick! Ja, ich spiele mit dem zweiten Blick…wer sich Zeit mit dem Anschauen lässt, hat eben mehr davon, so wie im Leben auch! Sich Zeit nehmen und auf sich wirken lassen…
      Es sind alles früher gemalte Bilder und Studien, die ich z:T. noch gar nicht gezeigt habe, jetzt froh bin , dass ich sie für „Kinder im Aufwind“ digital aufbereiten kann. Da der Aufwind eh viel mit mir selbst und meinen Lebensthemen zu tun hat, passen die früheren Bilder gut zum jetzigen Thema und kommen zu neuen Ehren.
      Es sind so viele köstlich-feinsinnige Beobachtungen in Deinem Kommentar, dass ich Deine „Namengebungen“ einfach bewundere! So finde ich die Bilderwelt und Deine Interpretation des ersten Bildes für mich voll getroffen !
      „In der Ruhe liegt die Kraft“ war ursprünglich ein Bild , auf dem ich Zuhörer, die der Musik lauschten, gemalt habe …Daher das innere Feuer und auch die Ruhe, was ja auch Widerstandskraft bedeutet z. B. in den Worten „Ich pfeif Dir was…“
      Das letzte Bild hat viel mit mir und meiner Kunst zu tun, hier abgeändert mit der Lebens-Kunst, Dinge loslassen und zurücklassen zu können, darüber hinauszuwachsen und Kraft im Hier und Jetzt zu tanken…
      Dir einen herrlichen Spätsommertag und dafür wasserblaue Grüße von mir 🙂

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      1. Random Randomsen

        Liebe Petra, dir einen guten Abend. 🙂 Es freut mich sehr, wenn meine etwas umfangreichen Bemerkungen bei dir eine so harmonische Resonanz hervorrufen. Ja, es ist eben beides wertvoll. Die Spontanität des ersten Eindrucks ist wesentlich. Manche Assoziationen tauchen nur für einen kurzen Augenblick auf – dann sind sie weg. Und der gründlichere zweite Blick ist eben so wichtig. Manchmal gleichen sich die Eindrücke – ein andermal bilden sie Kontraste. Manchmal sind sie auf Anhieb harmonisch. Manchmal entsteht eine Dissonanz. Und es braucht noch einen dritten Blick, vielleicht weniger mit den physischen Augen, um die Spannung aufzulösen. Und es ist auch wiederum spannend, wie sich die Eindrücke weiter entwickeln, vor dem Hintergrund dessen, was du über die Bilder erzählst. Dass die „Kinder im Aufwind“ einige deiner früheren Bilder auf neue Weise ans Tageslicht befördern, deutet darauf hin, dass es sich um aufgeweckte, aktive Kinder handelt. Und es passt sogar irgendwie zu meinem Satz «…wir greifen mit unserem Handeln – im besten Fall verbessernd und entwickelnd – in die Ewigkeit als Gesamtgefüge ein.»
        Mit einem lieben Gutenachtgruß. 🙂

        Gefällt 2 Personen

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