We will stand together/ Wir werden zusammenstehen*

( English translation below)

Kennt Ihr die Enigmavariationen von Edward Elgar? „We will stand together“ ist eine der Liedfassungen seiner 9. Variation.  Mit den Enigmavariationen beschäftige ich mich  immer wieder seit über 20 Jahren… auf meine ganz persönliche Weise.

We'll stand together web RS 2017.jpg

(We’ll stand together, 40x50cm auf Leinwand, 2017)

Erst im letzten Herbst stieß ich zufällig auf die vielen Fassungen der 9.Variation (Nimrod), die inzwischen auch als „Lux aeterna“  und „We’ll stand together“ gesungen wird. Sie diente aber auch als Untermalung in Filmen wie „Australia“ (2008), „Elizabeth“ (1998)  oder in der mehrteiligen Dokumentation über den Zweiten Weltkrieg „The War“ (2006). Sie war außerdem  als Hintergrundmusik zu einer der berühmten Reden Churchills an seine Landsleute zu hören. Öffentlich und privat diente sie auch als Requiem.
Das Thema ist wieder aktuell für mich und es beschäftigt mich seither wieder intensiv. Es geht mir dabei nicht darum, dass Elgar in den einzelnen Variationen von seiner Frau und seinen Freunden inspiriert wurde.

Es geht mir um ein Lebensthema, das wie ein „Enigma“ in dieser Musik für mich schlummert. Ihr habt meine persönlichen „Enigmavariationen und „Vernetzungen“ kennengelernt, die sich unterschwellig bereits mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Auch in diesem Bild hier geht es um einen ganz persönlichen Zugang zu Thema und Musik.

 

We will stand together

Do you know the Enigma Variations by Edward Elgar? „We will stand together“ is one of the song recordings of its 9th variation. I’ve dealt again and again with the Enigma Variations for more than 20 years now… in my own way.
Last autumn I came across the many versions of its 9th variation (Nimrod) that is sung as „Lux aeterna“ and “We will stand together“. It played a role in film music, too, e.g. in the films Australia, Elizabeth, or The War. You could hear it in the background of one of the most famous speeches by Winston Churchill. It has served as Requiem, too.
It’s a current topic again for me and I’m busy with it. It doesn’t matter so much to me that the composer has dedicated each variation to his wife and good friends. But I’m more interested in a life’s topic that slumbers like an enigma in this music. You have seen my personal enigma variations and networking which have already dealt with the topic in a subliminal way.This painting here is about my personal access to the topic and to the music.

16 Gedanken zu „We will stand together/ Wir werden zusammenstehen*

  1. Random Randomsen

    Die Enigmavariationen sind mir zwar nicht unbekannt – dass ich sie wirklich „kenne“ würde ich aber auch nicht behaupten. „Flüchtige Begegnungen“ wäre wahrscheinlich ein hier passender Ausdruck. Vor diesem Hintergrund ist meine Bildbetrachtung auch nicht musikalisch gefärbt.
    Meine erste Assoziation beschäftigt sich mit dem Entstehen eines Gebirgszuges. Und vor allem auch damit, wie weit dies möglicherweise metaphorisch für unser Menschenleben gesehen werden kann. Vielsagend ist ja hierbei, dass bestehende gebirgige Erhebungen unter extremem Druck einerseits näher zusammenrücken und anderseits auch sozusagen über sich hinauswachsen. Bei den Gipfeln auf dem Bild fällt mir auf, dass sie von der Form her eher „handelsüblich“ aussehen, aber durch die Farbgebung einen nachdrücklich individuellen Charakter erhalten. Hier sind also sehr eigentümliche Wesenszüge in einem einzigen Gebirgszug vereint.
    Während die Berge so etwas wie eine „homogene Heterogenität“ ausstrahlen, ist der Hintergrund für mich schwieriger zu (er)fassen. Die Farbgebung wirkt lichtvoll-freundlich. Was hier besonders auffällt – und für mich irgendwie enigmatisch wirkt 😉 – ist der Kontrast zwischen der dynamischen Helligkeit auf der rechten und dieser eigentümlichen Ausstrahlung der linken oberen Ecke. Da sind helle und warme Farben und auch eine gewisse Bewegung – dennoch ist da eine seltsame Zähigkeit spürbar. Und für mich wird nicht klar, ob hier etwas Erstarrtes im Aufbruch ist oder ob es umgekehrt ist.

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    1. PPawlo Autor

      Na, da schickst Du mir ja genug Gedankenfutter! 🙂
      Hab erst mal lieben Dank dafür und überhaupt für die Zeit, die Du diesem Bild schenkst und wie aufmerksam Du es betrachtest ! Ich lass das jetzt erst mal wirken und melde mich später noch einmal dazu.

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      1. Random Randomsen

        🙂
        Das wird wohl an den Bergen liegen – da wurde gleich eine richtige Assoziationslawine ausgelöst. 😉 Allerdings habe ich mir Zeit gelassen, diese Assoziationen auszuformulieren. Von daher ist „alles zu seiner Zeit“ hier eine kluge Herangehensweise. 🙂

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  2. PPawlo Autor

    Danke! 🙂
    So ganz ausgereift ist es ja noch nicht…, aber: Gut, dass niemand „Oberhoheit“ über die Bedeutung von Bildern hat (wie auch von Musik und Leben). Gerade das macht die Nachbetrachtung ja so spannend und immer wieder neu!
    Meine Assoziation zu Deiner Assoziation: Vielleicht kommt jetzt zu den Mosaiksteinen, Netzen, Steinwürfen ins Wasser auch noch der Gebirgszug hinzu!? Ein Menschheitstraum des „We will stand together“ wie wir ihn gerade brauchen? Da passt Deine „homogene Heterogenität“ bestens dazu!
    Der 2. Gedankengang „ob hier etwas Erstarrtes im Aufbruch ist oder ob es umgekehrt ist“ hat auch mit der Thematik zu tun.(s.oben 🙂 )Von daher freu ich mich, wenn Du das so siehst.
    So ganz auf das Bild will ich gar nicht eingehen. Die Entstehungs-und Entwicklungsgeschichte ist sehr persönlich und nicht „internettauglich“.Es ist einfach da und wirkt vielleicht als Bild, nicht in Worten. Ich bin sehr dankbar, dass es auf Dich wirkt und Du’s mir auch mitteilst und das so sprachgewandt und ausführlich! ☀️

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  3. Random Randomsen

    Ja, das ist ähnlich wie bei der Interpretation eines Musikstücks. Es ist immer wieder ein erneutes Herantasten. Und vielleicht gibt es da nicht die eine „richtige“ Interpretation – sondern das Richtige liegt vielmehr darin, dass eben verschiedene Interpretationen möglich sind.
    Abgesehen das die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte eines Werks eine sehr private Angelegenheit sein kann (und auch nicht zwingend im Kielwasser des Werks an die Öffentlichkeit gezerrt zu werden braucht), sind Hintergrundinformationen manchmal auch kontraproduktiv, weil sie dazu verleiten, die Interpretation in eine bestimmte Richtung festzuklopfen. Das MEHR, das man vielleicht zu einem Werk gibt (die Hintergrundinformation) kann aus dem Bild leicht ein WENIGER werden lassen.

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  4. PPawlo Autor

    Genau! So wie in der Musik kann man immer wieder etwas Neues entdecken und kommt nicht zum absolut endgültigen and allein gültigen Ergebnis, sonst lebt das Bild gar nicht mehr und erstarrt… Das kann allerdings manche Betrachter so verunsichern, dass es den Wert einer Arbeit schmälert. Subjektivität… nichts Genaues … was soll man denn davon halten? Mit Worten kann auch etwas verpuffen … Der Maler Matisse riet seinen Schülern, sich die Zunge abzuschneiden, also nicht über ihre Kunst zu reden…Das ist durchaus berechtigt! Für mich ist es immer wieder eine Gratwanderung. Na, und hier soll das Enigma einfach Enigma bleiben! 🙂
    Darüber habe ich übrigens auch einen Beitrag geschrieben und zwar hier
    https://pawlo.wordpress.com/2014/07/10/zunge-ab-oder-sich-uber-die-eigene-kunst-ausern-2/

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    1. Random Randomsen

      In Bezug auf die Frage obundwennüberhauptwasundwieviel zu einem Bild gesagt werden soll kann als Annäherung an ein Patentrezept wohl nur fingerspitzengefühlige Flexibilität gelten. Erstens ist das ja eben von Bild zu Bild ganz verschieden. Und dann kommt es ja auch auf die Reaktionen der Betrachter an. Manchmal kann es für beide Seiten ein Gewinn sein, wenn ein interpretatorischer Ansatz noch ein wenig gedankengefüttert wird (auch wenn dies ursprünglich vielleicht nicht geplant war). Selbst wenn das Bild nach Ansicht des Urhebers „alles“ sagt und keiner verbalen Ergänzungen bedarf, ist es ja möglich, dass jemand diese Sprache nicht so gut versteht und Nachhilfe braucht, oder es kann auch vorkommen, dass dieses „alles“ in einer gemeinsamen Anstrengung noch ein wenig wächst.

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      1. PPawlo Autor

        „Fingerspitzengefühlige Flexibilität“ist eine schöne Zusammenfassung und passende Leitlinie für all die Fragen, wie weit man sich in Worte über ein Bild ausdrücken will. Ich stimme Dir in allem , was Du da anführst voll zu, plädiere aber auch für das Recht sich prinzipiell nicht äußern, wenn man dies einfach nicht will… auch als Betrachter, der nicht gleich alles in Worte fassen möchte…Einen schönen Sonntag wünsch ich Dir! 🙂

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