Einladung ins Märchenland/Invitation to the fairyland 2*

(Diesen Beitrag widme ich unserem Projekt“ Kinder im Aufwind“. In der Fundgrube sind alle Beiträge und Teilnehmer aufgelistet. Dies ist nun mein zweiter Beitrag über Märchen. )

(Summary below)

Na, wie war’s im Märchenland ?  :) Kamen Kindheitserinnerungen wieder hoch? Von damals, als wir noch gerne Märchen lauschten?

Wir Menschen lieben Geschichten. Ungefähr 8000 Kinderbücher erscheinen jährlich neu. Da fällt die Auswahl schwer! Schaut mal hier bei Ulrike Sokuls Büchertipps zu Kinderbücher allgemein und zu Märchen vorbei. Das könnte dabei helfen

 

 

(Die Hexe erspäht Hänsel und Gretel, 2017, zwei digitale Arbeiten nach einer früheren  Aquarellstudie)

Bei der großen Auswahl neuerer Erzählungen fragt Ihr Euch vielleicht, ob Ihr Euch noch Märchen ausuchen sollt.  Eine Zeit lang waren Märchen ja auch wegen der Hexen, Drachen und ihrer Grausamkeit nicht so beliebt. „Hänsel und Gretel“ oder „Blaubart“ sind möglicherweise nicht für jedes Kind oder jederzeit geeignet.  Also warum noch Märchen?

Zwischen dem 4. und 7. Lebensjahr ist die kindliche Seele in der Märchenwelt daheim. Alles ist beseelt. Das Kind erlebt die Welt wie im Märchenland noch von einem Augenblick auf den anderen in Schwarz und Weiß, in Gut und Böse.  Die Geschichten, die sich dort ereignen, sind kurz, einfach und es dreht sich meist alles um einen einzigen Helden, oft der Kleine, Schwache, der in Bedrängnis gerät und sich auf den Weg macht. Das Kind versetzt sich in ihn hinein, tritt in seiner Fantasie mutig Gefahren und Konflikten entgegen. Es gibt ja auch immer wieder Wesen, die im Märchenland weiterhelfen. Und das Schöne: es gibt meist ein Happy End! Das besiegt Ängste und stärkt Hoffnung, nährt Selbstbewusstsein und Zuversicht
Märchen werden so zu Mutmachern und Tröstern.

„Die alten Märchen der Völker bergen einen kostbaren Schatz an Lebenserfahrungen zahlloser Generationen. Sie erzählen davon, dass Leben unter den schwierigsten Bedingungen glücken kann. Kinder lernen dabei: Es kommt nicht auf Macht, Reichtum und Schönheit an. Am Ende setzt sich das Gute durch. Und die kleinen Helden, denen anfangs niemand etwas zugetraut hat, kommen am Ende ganz groß heraus. Das stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder. Märchen werden so zu einer unerschöpflichen Quelle von Lebensmut-und freude“ ( Brigitta Schieder in Kinder brauchen Märchen)

 

Blaubart D 1c web2017

(Blaubart D1, 2017, digitale Arbeit nach einer früheren Aquarellstudie)

Besonders viel Wirkung haben Märchen, wenn sie erzählt werden, am besten von den Eltern selbst. So kann es z.B. Rituale für das abendliche Vorlesen, Kerzen, Kissen, Klangschalen und Glöckchen etc geben.
All das und vor allem der Blickkontakt und die Nähe mit Vater und Mutter sorgen für ein Gefühl der Geborgenheit. Urvertrauen und innere Stärke können  sich entwickeln.

Märchen sind eben aufwindig! Sie sind so aufwindig, dass sie zu allen Aspekten unter „Was gibt Kindern allgemein genug Stärke und Widerstandskraft?“ in unserer Fundgrube  passen!

Summary

(I dedicate 3 articles about fairytales to our project „Children upwind“ that already counts 51 colourful articles . In the Fundgrube (treasure trove) you can find all of them and their writers. To be followed. )

At the age of 3 to 7 a child feels at home in fairyland . Everything seems animated, in black or white, good or evil. The stories there are short and simple. They’re about one hero mostly, often the small and weak one that gets into trouble and who chooses a way to cope with his problems, fears and dangers. He isn’t alone because help is offered on his way. Mostly there is a happy end and our hero has become strong and happy. Evil is punished, good is the winner. Children identifiy themselves with the main person in their imagination, which strengthens their self-confidence, their courage,their hope and trust.
If parents take the time to tell their children the fairytales, their look and affectionate contact increases the healing and strengthening effect.

Verzaubert 2 , ungef. 1990 D3 201 7web_bearbeitet-1.png

(Verzaubert D1 , 2017, digitale Arbeit nach einem  gleichnamigen Aquarell 1990)

 

 

 

 

 

 

 

 

9 Antworten auf “Einladung ins Märchenland/Invitation to the fairyland 2*”

  1. Ach, herrje! Wie sehr hatte ich gehofft, dem gestiefelten Kater zu begegnen. Aber es war dann leider nur ein verkaterter Stiefel. :(
    Dafür ist mir im wirklichen Leben eine märchenhaft schöne Katze begegnet, die auch gleich in meinem Sonntagsbeitrag Platz genommen hat. :)
    Geschichten im Allgemeinen und Märchen im Besonderen gehören für mein Empfinden zu den Grundnahrungsmitteln für Menschen jeden Alters. Das ist ähnlich wie mit Musik. Werden solche elementaren Bedürfnisse vernachlässigt, geht die Seele früher oder später am Bettelstab. Wie bei anderen Nahrungsmitteln ist eine sorgfältige Auswahl ganz wichtig. Es gibt individuell verschiedene Bedürfnisse, und andere, die generell in einem bestimmten Entwicklungsstadium essentiell sind. Ich finde es wunderbar, dass es immer wieder neue Märchen gibt – manchmal vielleicht auch Variationen bekannter Märchenfiguren und -stoffe. Aber die alten Sagen und Volkserzählungen werde nicht ohne Grund manchmal jahrhundertelang immer weitererzählt. Und oft sind dabei in unterschiedlichen Ecken der Welt ganz ähnliche Märchen und Sagen entstanden. Da steckt viel Lebens-Geschichte drin. Märchen sind eben aufwindig. Wie wahr. :)

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  2. Ja, deine „märchenhaft schöne Katze“ ist mir aufgefallen! :) Erst dachte ich, das sei nun dein groß gewordener Avatar!
    Du steuerst ja noch gute Aspekte bei! Dabei kann ich dir in allem zustimmen.
    In der Fundgrube habe ich auch den neuen Themenbereich „Seelennahrung für Kinder“ geschaffen, wo neben Malen, Musik, Tanz eben auch die Märchen Platz nehmen!
    Ja, Märchenvariationen und neuere Märchen können zauberhaft sein und es kann bei der Bewältigung von Problemen (und wahrscheinlich auch Traumata ?) helfen, sich passende Märchen auszusuchen und sie umzuschreiben…. Und es begegnen sich nicht nur Märchen und Kind sondern auch Kind und Erwachsene im Märchenland. Danke, Random! :)

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  3. Liebe Petra,
    ich bin meinen Eltern unendlich dankbar, daß sie meine Kindheit mit vorgelesenen und selbst erfundenen Märchen und Geschichten gefüllt haben. Und ich kann Dir nur zustimmen, daß Märchen Seele und Herz bereichern und nähren und die Sprache der Phantasie beflügeln.
    Herzlichen Dank, daß Du so verbindlich auf meine Kinder- und Märchenbuchrezensionen hinweist! :-)

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    1. Auch in mir haben sich Märchenbilder-und welten bis heute gehalten und wirken immer noch. In schwierigen Zeiten habe ich mir Märchen ausgesucht und sie meiner Situation entsprechend umgeschrieben oder sie überhaupt ganz neu für mein Leben geschrieben. Hilfreich und heilsam!
      Deine Seite gefällt mir sehr gut und deine Buchbesprechungen schon allein machen Freude und sind sehr schön zu lesen. Außerdem ist es sehr wohltuend, in dem angenehmen, warmherzigen Raum, den du da geschaffen hast, zu verweilen. Es bietet sich geradezu an, das weiter zu empfehlen!! :) Einen lebensintensiven Tag ! Liebe Grüße, Petra

      Gefällt 1 Person

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