Noch einmal Piazzolla*

Schon einmal habe ich mich von Astor Piazzolla inspirieren lassen. Kennst du ihn?  Sogar eine ganze Ausstellung habe ich ihm gewidmet und dazu den Beitrag  „Aus dem Schwarz der Hinterhöfe“ geposted. Dort könnt Ihr den Musikus auch spielen hören und sehen! Nun ist er erneut faszinierende Inspiration für mich.

„Ich spiele eben mit aller Gewalt, mein Bandoneon muss singen und schreien. Ich male den Tango nicht in Pastelltönen.“ (Natalio Gorin „Astor Piazzolla Erinnerungen“, Metroverlag 2001, S. 122)

 

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Astor Piazzolla’s music  has already inspired me several times. I even dedicated a show to him. At that time I wrote an article about him. There you can see and listen to him, too. Now he’s fascinating inspiration for me once again.

Astor Piazzolla about his music :

I play with all my passion, my bandoneon must sing and cry. I don’t paint the tango in pastel colours (Natalio Gorin „Astor Piazzolla Erinnerungen“, Metroverlag 2001, p. 122)

Noch einmal Piazzolla 2 2017

(Spiel mir noch einmal Piazzolla, Mischtechnik auf Papier, 30x40cm, 2017)

 

 

Libertango:

 

 

 

 

10 Antworten auf “Noch einmal Piazzolla*”

  1. Zugegeben. Astor Piazzolla kenne ich eher schlecht als recht. Und dazu noch vorwiegend „Second Hand“. Also habe ich die Gelegenheit genutzt und mich hier gleich richtig reingehört. Auch wenn sie ganz und gar nicht vorherrschend sind – es gibt sie, die Pastelltöne. In der Musik wie im Bild. Überhaupt ist es erstaunlich, wie sehr das Bild wiedergibt, was in der Musik angelegt ist. Eine gewaltige Eruption an Bewegungsenergie und Klangfarben. Zartes und Zärtliches hat auch seinen Platz. Aber vor allem ist da viel Leidenschaft, Raserei, wohl auch Wut. Aufgestautes, das sich entlädt. Und teilweise wohl auch ursprünglich harmlosere Emotionen, die sich im allgemeinen Taumel ins durchaus Harmvolle steigern können. Für mich ist im Bild alles zu erkennen: Musiker, Musik und Tanz. Letztlich wirkt das Bild auf mich genau so faszinierend und gleichzeitig verstörend wie Piazzollas Musik.

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  2. Es freut mich sehr, wenn dieser Beitrag dich in die Welt Piazzollas eintauchen ließ. Und natürlich ist es sehr ermutigend für mich, wenn du im Bild vieles wiederfindest, was in der Musik steckt.
    Über zwei Worte bin ich jedoch gestolpert, die ich so noch nie bei Piazzolla empfunden habe: Harmvolles und verstörend… Ist es die Abwesenheit des inneren Friedens, das fehelnede Licht hinter allem, das einem sonst in der Musik begegnen kann? Für mich ist da stattdessen eine Sehnsucht nach Licht, aus dem man dann doch wieder fällt, wenn man’s je erreichen sollte, da ist Wehmut und Schmerz. Ist das das Verstörende, das Harmvolle? All das wird für mich aufgelöst in einer Lebensfreude, in einem Rhythmus, einer Schönheit und einer intensiven Kunstsprache, die diese Musik trotz Zerrissenheit transzendiert und alles innerlich wegtanzen lässt. Und wenn nicht, was ist das Harmvolle, das Verstörende für dich daran? Kannst du das näher ausmachen? Lieben Dank für dein offenes, differenziertes und spannendes Feedback! 😊

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    1. Ich muss vorausschicken, dass die fehlende Erfahrung mit dieser Tonsprache meinen Eindruck sicher maßgeblich beeinflusst. Mir ging es irgendwie ähnlich mit dem Flamenco. Da konnte ich mich mit der Gitarre unmittelbar anfreunden – aber wenn Gesang ins Spiel kam, hatte ich meine liebe Mühe. Da war eine Heftigkeit und eben auch oft eine Zerrissenheit, mit der ich mich sehr schwer getan habe. Und genau das begegnet mir hier auch. Es hat für mich oft etwas Gewaltsames. Da sind diese Ansätze zu Pastellfarben. Aber das gerät in einen wahnwitzigen Strudel – da wird für mich das Harmlose eben auch zum Harmvollen.
      „All das wird für mich aufgelöst in einer Lebensfreude…“ – das kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich das so erleben lässt. Aber ich kann es (noch) nicht nachempfinden. Für mich wirkt (fast) alles unerlöst und deshalb verstörend. Aktuell ist es für mich, um ein Bild zu verwenden, Musik mit Schlagseite. Im Moment kann ich noch nicht absehen, wie sich meine Beziehung zu Piazzolla entwickeln wird. Vieles ist möglich. :)

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      1. Lieber Random, ich danke dir ganz herzlich für diesen schönen, offenen Kommentar!
        Wenn’s „Musik mit Schlagseite“ :) für dich ist und möglicherweise auch bleibt, ist’s doch auch okay. Wir haben da doch alle unsere Vorlieben und Abneigungen. So etwas muss man nicht einmal erklären oder rechtfertigen, finde ich. Das wollte ich gestern noch dazu schreiben, hab dir aber zugetraut, es nicht zu tun, wenn du es nicht willst :) Für mich wird deine Reaktion jetzt klarer, wie du das meinst und ich kann mich nun besser reinfühlen. Dank dafür! Ich würde auch verstehen, wenn du Piazzolla gar nicht mehr hören willst. Vielleicht tut er dir einfach nicht gut. Du hast meine hellen Bachbilder gesehen. Jetzt siehst du ein Piazzollabild. Es ist viel dunkler, zerrissener, das Gelb ist meist schrill und wird selten zum Licht… es ist mehr die Musik des modernen Menschen für mich…es gibt wohltuendere…🌸

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