Alles Fake?*

Summary below

(Der Beitrag Elektronische Spielereien und Spiegelfechtereien  von Gerda Kazakou hat mich zu  folgendem Beitrag inspiriert. Er ist auch ein Kommentar darauf . Denn der Kommentar dort wurde länger und länger, zu lang . Da kam mir diese Idee: / The post Elektronische Spielereien und Spiegelfechtereien by Gerda Kasakou has inspired my following article. It’s a long comment on  it, too:)

Meine Schwester Einsamkeit webRS .jpg

(Meine Schwester Einsamkeit, 2005, Mischtechnik auf Malpapier, 23x28cm, 2005)

 

 „Ich weiß. dass ich nicht(s) weiß“, diese Worte, die meist Sokrates zugeschrieben werden, stehen für mich immer wieder im Raum.  Und trotzdem stelle ich mir immer wieder Fragen, auch wenn die endgültige Antwort kaum zu bekommen oder zu geben ist. Und das geht vielen von uns so…

Einmal sind unsere Sinnesorgane, unsere Glaubenssätze,  Gefühle wie z.B. Ängste, Abhängigkeiten und Erfahrungen ja wie Filter, die uns das Leben bereits darstellen und sortieren. Fast würde ich das Internet und die Medien auch als Filter betrachten. Da bin ich mir allerdings noch nicht sicher.  Wir können meiner Meinung nach gar nicht anders: wir machen uns ein gefiltertes Bild von allem. Das kann ganz verschieden unter den einzelnen Menschen ausfallen (und noch einmal ganz anders bei Tieren, die etwas ganz anderes wahr-nehmen können.)

Ist das nun die Wahrheit? Was ist dann überhaupt Wahrheit? Und was ist Fake?  Darum geht’s heute hier. Natürlich bebildert. Seid Ihr dabei?

Darüber, dass Wahrheit für uns eher ein Abbild der Wahrheit ist, kann man in einem aktuellen Beitrag 111 Worte-Da draussen bei Kopf und Gestalt bei WordPress nachlesen.

Aber Fake hat überhaupt nichts mit Wahrheit zu tun. Wie wir Fake erkennen, das sehen wir hier in einem klärenden Posterbeitrag, der auch als neuester Beitrag dem Projekt  Kinder im Aufwind gewidmet ist. Es geht darin vor allem um Fakenews in den Medien, aber das kann auch gut aufs Alltgasleben übertragen werden.

Auf unserer Wahrheitssuche gibt es grob gestrickt 2 Entwicklungsunterschiede:

Die Gefahr, die auch bei diesem Wahrheitsbewusstsein droht, ist, seine eigene Sicht der Dinge als einzig wahre Sichtweise (eben als Wahrheit) zu akzeptieren, und damit im Lauf des Lebens zu verengen und zu erstarren. Das kann auch mit einer ganzen Gruppe oder Gesellschaft passieren, die nur noch eine „Wahrheit“ gelten lässt.

Zur Säule erstarrt 2004

(Zur Säule erstarrt, Ölkreide auf papier, 30x40cm, 2004)

Die Chance bei unserem Bild der Wahrheit ist aber, sich all dessen bewusst zu werden (also z.B. eigene Ängste zu erkennen und abzubauen) und dieses Bild durch die Sichtweisen der anderen zu erweitern, abzugrenzen oder abzuschleifen. So seh ich für mich  „Einsamkeit“ wie eine hilfreiche Schwester, die zu größerer „Bewusstheit“ führen kann.  Das macht lebendig, authentisch und hält neugierig (siehe oberstes Bild). Und so ganz allmählich erweitert sich der Flickerlteppich der Wahrheit von einem wahrgenommenen Flickerl zu einem vielfältigen, spannenden Wahrheitsgewebe. Weltgewebe 2015.jpg

(Weltgewebe, 2005, Mischtechnik auf Malkarton, 30x40cm)

Und das ist längst noch nicht alles.  Damit bleibt das Leben auch spannend. Und niemand kann mit gutem Gewissen behaupten, dass er die Wahrheit gepachtet hat. Das müsste uns eigentlich friedlicher und bescheidener machen…

Auch bei der Kunst : sie in Worte fassen? Eine Antwort von mir kennen einige von euch vielleicht schon von diesem Beitrag. Ich schließe mit meinen folgenden Gedanken die digitale Kunst mit ein:

Kunst, Kind der Freiheit

Glaubt man ein für allemal

den Begriff der Kunst in Worte gefasst zu haben,

                                    fliegt dieses Kind der Freiheit laut lachend davon.

Damit habe ich also Gerdas Faden aufgenommen. Und Gerda nahm den Faden von “ Erkennen wir das Echte noch“ von Sofasophia auf. Und der Faden scheint auch da schon gespannt worden zu sein. Wie weit er wohl zurückgeht? Das zu verfolgen, habe ich heute keine Zeit mehr…

Die Überraschung 2012.png

(Die Überraschung, 30x40cm, Mischtechnik auf Papier, 2012)

Summary

The wish to know truth is combined in many of us with the knowledge that we don’t and can’t know it. Our perception is created by our senses, our experiences, feelings like fear, beliefs, dependence or our experiences. They are filters that create images of truth in us. (More about it in the German post  Beitrag 111 Worte-Da draussen by Kopf und Gestalt .

So it isn’t truth but an image of truth we get to know. But it isn’t fake, because fake hasn’t got to do anything with it. (How to discover a fake? There’s a poster in another wordpress post for the internet , which you can easily transfer to daily life, I guess.)

On our search of truth there are two main possible tendencies: either you see your filtered truth as the only valid truth and in your life you get more and more narrow-minded and intolerant . This can happen to a whole group or society that tolerates an only point of view.  The second possibility is more and more awareness of your filters (solitude can become a positive helper in it) and open-mindedness for the views of others. They help you to knit a carpet : from your own little bit to a whole carpet, even if you reject one or the other. In any case you become more tolerant and humble. And life will get more exciting. And nobody can claim his truth is the only one. The world might become more peaceful and tolerant.

And art? Some of you know my view from the following personal quote. I think the same of digital art .

Art,  child of freedom

Once you’re sure for ever you have caught the essence of art in words ,

this child of liberty is flying away, laughing out loudly .

( Me trying to catch it into words…:))

 

 

 

27 Gedanken zu „Alles Fake?*

    1. PPawlo Autor

      Liebe Gerda, wenn du dir Zeit dafür nimmst und das erst einmal wirken lässt, sehe ich das auch als eine Art Wertschätzung für diesen Beitrag an. Ich habe zu deinem Text alle Kommentare darunter gelesen und mich erst einmal bemüht, dazu neue Aspekte hinzuzufügen, da es ja zuerst als mein Kommentar gedacht war. Das wurde jedoch lang und länger. Deshalb war der Text dann das Gedankenfutter zu diesem Beitrag hier. Ein lieber Gruß von Flickerl zu Flickerl

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  1. Sylvia Kling - Autorin

    Das ist wieder ein sehr tief gehender Beitrag, der mich nachdenklich zurück lässt und da ich darüber immer froh bin, danke ich Dir dafür. Gerade das Thema „Wahrheit“ ist eines, mit welchem ich mich oft beschäftige. In einem Gedicht von mir heißt es am Ende zum Beispiel:
    „Nur der ist wirklich meisterhaft, der mit Zweifeln Wahrhaft schafft.“

    Und sogleich erinnert es mich an mein Versprechen vor Monaten, mich der „Schwester Einsamkeit“ zu widmen. Es ist nicht vergessen, liebe Petra.
    Deine Bilder gefallen mir wieder außerordentlich. Das Spiel der Farben und die Tiefe faszinieren mich sehr.

    Ganz liebe Grüße an Dich,
    Sylvia

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    1. PPawlo Autor

      Liebe Sylvia,
      auch du schickst mir Gedankenfutter:
      „Nur der ist wirklich meisterhaft, der mit Zweifeln Wahrhaft schafft.“ Diese Verbindung von meisterhaft und Zweifel ist mir noch nicht in den Sinn gekommen. Und da ist echt etwas dran!
      Abgesehen von der möglichen Leichtigkeit der Genialität …
      Es freut mich natürlich, wenn meine Ausführungen dich so ansprechen!
      Und wenn du bei dir noch einen Platz für „Meine Schwester Einsamkeit“ findest, freut mich das. Aber es ist auch so okay.
      Nun hoffe ich, es läuft alles im grünen Bereich bei dir. Erst einmal noch einen schönen, entspannenden Abend! Liebe Grüße, Petra

      und hab lieben Dank für deine schönen Gedanken zum Text!

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  2. Belana Hermine

    Tolle, farbenfrohe Bilder. Danke.
    Wahrheit? Nun ja, nicht um sonst heißt es Wahr-Nehmung – also, was nehmen für wahr? Es wird immer dadurch beeinflusst sein, wie wir unsere Sinnesorgane einsetzen. Und somit hat dann eben auch jeder sein Abbild von der Realität, dass er dann für wahr hält. Sich dieser Tatsache bewusst zu sein, ist vielleicht ein wichtiger Stein für ein friedlichen Miteinander und gute Kommunikation/Diskussion.
    Wahrheit in Bildern? Keine Ahnung. Für mich sind Bilder meist Widerspiegelungen der Wahrnehmung der Künstler.

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    1. PPawlo Autor

      Hallo Belana, ich freue mich, dass meine Bilder für dich hier in diesem Kontext auch so zur Wirkung kommen!
      Und was du schreibst, ist ja auch meine „Wahrheit“ im Flickerlteppich. Ja, ich denke auch, dass der Künstler hinter einem Bild, egal ob real oder digital, für das Bild sehr prägend und ausschlaggebend ist.

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        1. PPawlo Autor

          Einmal freut es mich, wenn dieser Beitrag noch in dir wirkt und du zurückgekommen bist 🙂 Und ja, Unbewusstes und Unterdrücktes kommen sicher auch zum Ausdruck.Das kann von manchen Betrachter auch wahr-genommen und richtig interpretiert, aber auch falsch gedeutet werden, indem Unbewusstes von ihm hervorkommt.Das ist zumindestens meine bisherige Erfahrung.Durch Bilder löst sich auch vieles ohne dass es ausgesprochen werden muss, sowohl beim Malenden wie beim Betrachter. Kunsttherapie arbeitet ja damit. Dir einen schönen Sonntag und lieben Dank! ☀️

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  3. kopfundgestalt

    Ich sehe wie Gerda, dass sich unsere Gedanken berühren.
    Eine schlussendliche Wahrheit kann es nicht geben. U.a. sieht man das an dem riesigen Berg an Goethe-Literatur.
    Was bleibt ist ein vielleicht.
    Trotzdem muss man sich bemühen, tiefer zu verstehen.
    Was mich an den Wissenschaften so einnimmt, ist ihr Versuch, Gesetze zu formulieren, in denen Subjektives nicht vorkommen soll. Das ist ein heroisches Unternehmen. Sehen ohne Augen sozusagen.

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    1. PPawlo Autor

      Herzlichen Dank für den zustimmenden und gehaltvollen Kommentar!
      Dass es gar keine Wahrheit gibt, wäre noch ein Schritt weiter.
      Ich nehme allerdings an, dass eine Wahrheit hinter all unseren Filtern steckt. Eine, für die wir zu klein angelegt sind, die für uns ein unfassbares Rätsel bleibt.
      Für mich ist die Wissenschaft auch ein ganz wichtiges Rad im Getriebe.“Sehen ohne Augen “ ist gut gesagt! 🙂
      Ein heroisches Unternehmen, wenn auch sie sich hinterfragen lässt, ob dem Forschungsergebnis nicht doch etwas Subjektives zu Grunde liegt und wenn sie junge Leuten mit neuen, stimmigen Erkenntnissen genug Spielraum und Anerkennung gewähren. Und dass ein Auftraggeber nicht erwarten kann, dass Studienergebnisse ganz in ihrem Sinne sein werden. Dann: Hut ab!

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      1. kopfundgestalt

        Das Subjektive in der Forschung ist nur durch peinlich genaue Hinterfragung auszumerzen, wenn überhaupt. Da war mir Kempermann mit seinen Forschungen zu der Neurogenese beim Menschen ein leuchtendes Beispiel. Voreilige Schlüsse lehnte er zunächst mal ab. Er zeigte, dass es ungemein viel Fallstricke auf dem Weg zur Wahrheit gibt. Ich schrieb über ihn in meinem Blog. Gerade, dass zwar Neurogenese jetzt bewiesen ist, aber dass man nicht weiß, was genau sie anstellt, ob sie überhaupt eine bedeutende Funktion hat, das steht am ende des Buchs: Ein ernüchterndes, aber ehrliches Ergebnis jahrzehntelanger Forschung.

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        1. PPawlo Autor

          Das hört sich ja gut an! Ich musste aber zuerst einmal Neurogenese und Kempermann nachschlagen. Mein Flickerlteppich wird also größer. Auf deiner Seite habe ich gar keine Suchfunktion gefunden. Wo steckt denn der Beitrag über Kempermann?
          Ja, es muss schwer sein, vor sich und anderen zuzugeben, dass man nach langer Arbeit nicht viel weiter gekommen ist. Respekt! Wie viel leichter wäre da das „Faken“ 😉 Danke!

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  4. Pingback: Vorspiegelungen* | da sein im Netz

    1. PPawlo Autor

      Das ist ein sehr erfreuliches Feedback für mich und ich danke dir sehr herzlich dafür!
      Ja, diese Gedanken-oder Kunstketten faszinieren mich auch, wenn immer weiter etwas Neues entsteht . Nicht Imitation sondern Inspiration…

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