Es nimmt Form an/It’s taking shape 1*

 

Es nimmt Form an 1 web .jpg

(Es nimmt Form an 1, Malkarton/It’s taking shape, paper, mixed media, 50x65cm, 2017)

16 Antworten auf “Es nimmt Form an/It’s taking shape 1*”

  1. Erstaunlicherweise wirkt das Bild auf mich ruhiger, als die bewegte Farben- und Formenvielfalt dies vordergründig nahelegen könnte. Denn auf den ersten (und wohl auch einen zweiten) Blick könnte man es (wiederum) für einen wilden Tanz der Elemente halten, die sich im Zusammenspiel versuchen, aber dabei noch suchen. Aber für mich strahlt das Bild eine Harmonie und heitere Gelassenheit aus, die sich wirkungsvoll auf mich überträgt.
    Hinter dem „wilden Tanz“ steckt eine fein abgestimmte Choreographie. Ein Wunsch wird Wirklichkeit. Aber es ist ein Wunsch, der sich noch während seiner Verwirklichung „weiterwünscht“. Nicht aus Unzufriedenheit, sondern aus purer Freude über die Verwirklichung. Dergestalt, dass der Prozess der Verwirklichung immer weitergehen und immer noch wunderbarer werden kann.

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    1. Was für ein wunderbarer Kommentar! Du fasst das in Worte und erlebst ja auch durch mein Bild, was mich ein Leben lang beschäftigt hat, nämlich, wieso es ausgerechnet die Musik von Brahms ist, die mir als junges Mädchen so befremdlich vorkam, dann aber immer mehr zu d e r beruhigenden Medizin wurde, die mir sogar Kopfschmerzen nahm. Damit habe ich mich in dieser Reihe noch einmal auseinandergesetzt! Ich fand ein fast zeitgenössisches Konfliktpotential, das sich in Tanz und Licht auflöst, das auch durchs Dunkel leuchtet, und letztendlich nach fortwährenden Absturz und Wiederaufsteigen zur Ruhe und Glück führt. Passt da nicht bestens:“Erstaunlicherweise wirkt das Bild auf mich ruhiger, als die bewegte Farben- und Formenvielfalt dies vordergründig nahelegen könnte.“ ?
      Das einzige, was ich im Bild nicht wiederfinde, ist „Ein Wunsch wird Wirklichkeit“. Kannst du das noch nachvollziehbarer machen? (Kein Pflichtprogramm :) ) Aber auch der letzte Satz: „Dergestalt, dass der Prozess der Verwirklichung immer weitergehen und immer noch wunderbarer werden kann.“ passt zur Musik und zu meinen Bilderfahrungen! 🏆 !

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      1. Lieben Dank für dein feines und aufschlussreiches „Echo-Echo“. :) So wird das, was mir das Bild „erzählt“ hat, noch genauer nachvollziehbar. Die Formulierung „ein Wunsch wird Wirklichkeit“ kann ich gerne näher erläutern. Das bezieht sich auf diese „fein Abgestimmte Choreographie“ oder eben den „Prozess der Verwirklichung“. Die Verwirklichung sehe ich hier nicht als einen reinen Willensakt, bei dem um jeden Preis eine bestimmte, fest gefasste Vorstellung realisiert werden soll. Sondern für mein Empfinden geschieht die Verwirklichung in einem feinen Zusammenspiel zwischen tun und lassen. Eben wie wenn jemand bei der Verwirklichung eines Wunsches zwar aktiv mitwirkt, aber weise genug ist, zu gegebener Zeit die Dinge auch einfach geschehen zu lassen.

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        1. Deine Antwort erinnert mich nun wieder an die Musik von Brahms und an seine Herangehensweise beim Komponieren: Darüber hab ich vor langer Zeit in dem umstrittenen Buch Arthur M.Abell „Gespräche mit berühmten Komponisten“ gelesen, wo Brahms auch über seine Inspiration und Kompositionsweise spricht. Dazu würden deine Worte jedenfalls passen: „Die Verwirklichung sehe ich hier nicht als einen reinen Willensakt, bei dem um jeden Preis eine bestimmte, fest gefasste Vorstellung realisiert werden soll. Sondern für mein Empfinden geschieht die Verwirklichung in einem feinen Zusammenspiel zwischen tun und lassen.= Sehr spannend! Tusen takk! 😊

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          1. Ja, das ist echt spannend, wie der Bogen damit zu Brahms und seiner Musik geht. :) Für mich ist diese Balance zwischen „ich mache“ und „es geschieht“ bei kreativen Prozessen ein faszinierendes Thema, dem ich seit geraumer Zeit nachspüre. Und genau das fand ich eben in diesem Bild. Dass ich eben den Eindruck bekam: genau so könnte man dieses Geschehen bildlich darstellen.

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            1. Oh ja, das war ein langer Weg des Planens und Loslassens! :) Und wenn man Augen dafür hat, kann man Spuren dieses Prozesses auch sehen. „ich mache“ beinhaltet für mich u.a. ordnendere Elemente (z.B. bewusste Komposition) im Bild und eben nicht den spontan- beschwingten Pinselstrich, der „einfach geschieht „und auch zu sehen ist. Das geht bei mir dann im Rhythmus der Musik und der Melodie folgend. Und der Titel deutet ja auch auf diesen Prozess hin. ;)
              Unter dem folgenden,interessanten Link (http://www.wolfgangzeitler.de/html/brahms.html) kannst du über das (vermeintliche) Gespräch mit Brahms über seinene Kompositionsstil nachlesen und dazu kritische Überlegungen der neueren Zeit; denn die meisten von uns lassen sich ja inzwischen anders inspirieren. Aber der Unterschied von Alltags-und Unterbewusstsein oder gar „höheres Bewusstsein“ wird auch in der Wissenschaft zunehmend klarer. Hab ganz besonderen Dank für diesen wunderbaren Gedankenaustausch! ✨✨✨

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