Haben oder Sein 2*

(Die Serie „Haben oder Sein“ füge ich meinem gleichnamigen Projekt hinzu)

(Summary below)

„Der Weg zum Tun ist zu sein.“ (Lao-tse)

„Die Menschen sollen nicht so sehr bedenken, was sie tun sollen, sondern, was sie sind“ (Meister Eckhart)

Versteht Ihr diese Zitate? Sie stehen ganz zum Anfang des Buches „Haben oder Sein“ von Erich Fromm.  Während der Lektüre des Buches werden sie klarer. Aber vielleicht hilft auch schon dieser Beitrag etwas? Schaun wir mal:

Heute geht’s also ums Sein:

Im Seinsmodus geht es darum, dass wir Menschen unsere jeweils ureigenen Talente, echten Wünsche, Gefühle und Interessen kennen und uns von ihnen leiten lassen, aus ihnen schöpfen und es an unsere Mitmenschen weitergeben. Aus dieser Lebenseinstellung  heraus beschenken wir die anderen um uns herum ebenso:

(Erich Fromm Haben oder Sein 1976, S.90, alle Zitate sind aus dem ersten Buch)

Was uns liegt, fällt uns leichter. Allein unsere Gegenwart und unsere Ausstrahlung können schon Gutes bewirken.  Wenn wir diese Haltung einüben, wachsen wir. Das spüren wir und wir fühlen uns auch in Krisen sicherer. Wir vertrauen darauf, dass es immer wieder weitergeht:

(Erich Fromm Haben oder Sein 1976, S.111)

Leider gibt es aber auch so schreckliche Lebensumstände oder Traumata, dass das nicht jederzeit garantiert werden kann. Aber im Vergleich zum Habenmodus verkraften wir auch Traumata besser. Und wenn wir schon lange im SEIN geübt sind, werden wir immer widerstandsfähiger und stärker; denn wir sind lebendig, wendig, unabhängig und selbst-bewusst:

(Erich Fromm Haben oder Sein 1976, S. 111)

Das nächste Mal geht’s um die Konsequenzen für Gesellschaft, Natur und Welt.

Summary

To have or to be?

(I add this series to my project „To Have or to Be“)

Although the psychoanalyst Erich Fromm’s book “ To Have or to Be“  was published in 1976 it hasn’t lost its urgency.  The first edition was in English! For myself and my readers to remember, I have chosen quotes from the book to explain and remember the idea of Having and Being and the different consequences. Last time it was about „Having“ , i.e.  : possessions are one’s golden calf, they are one`s aim of life, not only possession of objects, but of people, animals, one’s career etc. It makes people restless and doesn’t give security as all can be lost in a moment and people  haven’t more than that.

Today it’s about Being: It’s all about discovering one’s self, talents, qualities , wishes, ideas etc and sharing them with others. That gives our lives vitality, liveliness, sense, independence, versatilty and enough strengh and resilience to cope with life’s troubles.  Discovering our own sources in ourselves and sharing them with others we don’t lose anything, instead we grow, and with us our sources, too. So in crisis we are more likely to cope than those in the „having“ modus.

Next :consequences for society and our world

 

 

 

 

 

 

 

26 Gedanken zu „Haben oder Sein 2*

        1. susannefe2014

          Liebe Belana Hermine, dieses Zitat aus dem Buch ‚Zwischen Himmel und Erde. Der spirituelle Weg des Mitgefühls.‘ von Gregg Braden, könnte zu dem ‚Umfeld auf dem entgegengesetzen Trip‘ passen:
          „Die Person, die sich für eine höhere Ebene entscheidet, wird zur lebendigen Brücke für diejendigen, die ihr nahe stehen. In ihrer Entscheidung für den Ausdruck ihrer wahrsten Natur, in einer dies möglicherweise ablehnenden Umgebung, findet sie ihre Kraft.“ (S. 90)
          LG Susanne

          Gefällt 1 Person

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  1. susannefe2014

    ‚Das Sein nimmt durch die Praxis zu.‘ Das ist eine schöne Weisheit, die Hoffnung gibt.
    Danke Petra für die Zusammenfassung und auf die Folge 3, die ‚Konsequenzen für die Gesellschaft, Natur und Welt‘ bin ich schon gespannt. Ich stelle die Folge 2 wieder auf meinen Blog. LG Susanne

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  2. Pingback: Haben oder Sein 2 von Petra Pawlovsky | Mary

  3. Petra Schuseil

    Hat dies auf Wesentlich werden rebloggt und kommentierte:

    Und nun Teil 2: das SEIN so wie es Erich Fromm betrachtet hat. Ich bin Petra sehr dankbar uns an sein Buch zu erinnern. Es passt gerade sehr aktuell in unsere Lebenssituation, in der wir beide Polaritäten – beide Zustände – anschauen und miteinander verweben. Wenn man mit dem SEIN gut verbunden ist, dann sind Entscheidungen leicht zu treffen. Danke, Petra!

    Gefällt 3 Personen

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  4. Random Randomsen

    Hier begegnen wir der Essenz des menschlichen Seins. Und erstaunlicherweise erweist sich etwas, das uns eigentlich natürlich leicht fallen sollte, als auffallend schwieriges Thema. Letztlich ist es ja sogar so, dass vieles von dem, was wir mit „sein“ bezeichnen, eigentlich dem Haben-Modus zuzurechnen ist. Dabei ist es doch immerhin so, dass der Mensch im Sein-Modus seine ureigenen Anlagen entfaltet. Und es liegt nahe, dass mit diesen Anlagen auch der Drang und die Fähigkeit zu ihrer Entfaltung verbunden ist. Warum ist der Sein-Modus also nicht alltäglich für uns? Es scheint, dass wir mit unseren Wertesystemen und den daraus abgeleiteten Prioritäten die Menschen richtiggehend vom Mensch-Sein wegerziehen. Irgendwie kommt es mir vor, als würde unsere Gesellschaft einen „Bonsai-Sein-Modus“ kultivieren. Das Mensch-Sein wird sozusagen in die Hobby-Ecke gedrängt.
    Vielleicht male ich hier etwas arg schwarz. Anderseits meine ich, dass die Welt nicht dadurch farbiger wird, dass man „schwarz“ plötzlich „bunt“ nennt. Möglicherweise gilt auch, dass der Weg zum Sein nur dadurch frei wird, dass man etwas tut. Im Gegensatz zur Sonnenwende, die gleichsam auf Autopilot funktioniert, müssen wir hier wohl selber aktiv werden, damit uns endlich ein Licht aufgeht. ;)

    Gefällt 3 Personen

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    1. PPawlo Autor

      Was für einen reichen Gedankenschatz du mir da schickst! Ich freue mich sehr darüber und stimme zu!😊 Ja, es gibt wohl vieles, das uns davon abhält, unsere „ureigenen Anlagen“ zu entfalten. Allein das Bedürfnis dazuzugehören, ja, oft das Wertesystem der Gesellschaft, das Bedürfnis nach Sicherheit und Bequemlichkeit, eine Werbung, die unnötige Wünsche erzeugt, Brot und Spiele etc. Am „Bonsai-Sein-Modus und der „Hobbyecke“ ist was dran! Und wir sind wohl alle daran beteiligt. Vieles möchte ich gar nicht missen, aber wie finden wir nur die richtige Balance? Da kann das Buch von Erich Fromm schon Grundlegende Anregungen bringen und es geht ein Licht auf…. bei jeder Lektüre in weiteren Kreisen. 🦋☀️🦋

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      1. Random Randomsen

        Natürlich hat der Haben-Modus auch seine Berechtigung. Und je nach persönlichen Lebenspräferenzen kann und darf er mehr oder weniger Gewicht haben. Aber sein Übergewicht scheint sich nicht zu bewähren. Oft trifft man mitten im „blühenden“ Wohlstand Menschen die sich fragen: Warum fühle ich mich so schlecht, wenn es mir doch so gut geht?
        Da sehe ich keinen anderen Ausweg als radikales Selbst-Bewusstsein. Sich bewusst werden, wo man in dieser Frage tatsächlich (und eben nicht nur vermeintlich) steht. Und sich bewusst machen, was man überhaupt und wirklich will. :)

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        1. PPawlo Autor

          Ja, da stimme ich zu. .
          Wir sind eh nicht so einfach gestrickt , dass ein Buch , Worte überhaupt,alles für uns klären kann. Ein Schlüssel ist Bewusstwerden,vielleicht als eine Lebensaufgabe. Der Apfel im Paradies hat für mich als Bild etwas vom Dilemma, aber auch den einmaligen Chancen des Menschseins. Außerhalb des Paradieses zu größerem Bewusstsein zu gelangen. Na ja, so handykurz vielleicht schwer zu vermitteln. 🍏

          Gefällt 2 Personen

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