Haben oder Sein/To Have or to Be 3*

(Summary below)

(Diesen Beitrag füge ich mit den vorigen Beiträgen Haben oder Sein  /To Have or to Be 1 und Haben oder Sein /To Have or to Be 2 meinem gleichnamigen Projekt unter Eigene Projekte/My own projects hinzu/ I’m adding this post  together with my latest posts Haben oder Sein  /To Have or to Be 1  and Haben oder Sein /To Have or to Be 2 to Eigene Projekte/My own projects)

Wenn Ihr bis hierher den Gedanken Erich Fromms gefolgt seid, werdet Ihr verstehen, warum sein Buch „Haben“ oder Sein“ den Untertitel trägt: „Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft“. Denn unsere persönliche Grundhaltung prägt ja auch unser Umfeld:

Haben Sein KonsequenzenS 113Fromm

(Erich Fromm „Haben und Sein“ 1976, S.113)

Der Mensch, der sich dem Habenmodus voll verschrieben hat, will immer mehr. Er wird zum Nimmersatt.; denn der Kitzel von neu erworbenem Besitz und einer Vergnügung nach der anderen ist schnell vorbei. Etwas anderes muss dann her.

Erich Fromm stellt uns auch  den „Marktcharakter“ (S.145) vor, wie er in unserer Gesellschaft oft gefordert und gefördert wird. Geht es doch nicht nur um seine Fähigkeiten und Leistungen, sondern auch darum, dass er sich möglichst gut „verkauft“.   Bloß keine Schwäche zeigen sondern immer gut dastehen, selbst wenn man sich völlig anpassen muss .

Dadurch dass er den Erwartungen der anderen entsprechen will, verliert er immer mehr das Gefühl für sich selbst.Weil er dabei nur noch funktioniert, sorgt er nicht für sein Wohlergehen und das der anderen kümmert ihn oft auch nicht. Er neigt auch dazu, Umweltprobleme und globale Krisen zu verdrängen .

In seinem Tanz um das goldene Kalb werden die Mitmenschen oft übersehen. Die Stimmung wird kälter und eine freundliche, entspannte Kommunikation schier unmöglich. Kennt Ihr das? Es kommt oft zu harter Konkurrenz und Feindschaft, im Kleinen wie im Großen:

Haben oder Sein Konseuenz S 114

(Erich Fromm „Haben und Sein“ 1976, S.114)

Ganz anders sieht das Gemeinschaftsleben aus, wo sich der Seinsmodus durchsetzt. Es geht entspannter zu. Die Anteilnahme am Schicksal der Mitmenschen ist ausgeprägter und man kann sich eher mit einander freuen:

 Sein Konsequenz ds.115 Fromm.jpg

(Erich Fromm „Haben und Sein“ 1976, S. 115)

Wenn es dem anderen bestens geht, ist das kein Grund zum Neid. Es stimmt ebenfalls froh. Und das Mitgefühl gilt für alle Menschen, Tiere, Natur, die Erde.  Das ist schon einmal eine gute Basis, die derzeitigen Krisen und Probleme ernst zu nehmen und gemeinsam anzupacken.

Noch dabei? Freut mich!

In „Haben oder Sein“ gibt es dazu nähere Ausführungen.  Es gibt ein aktuelles, gut erschwingliches Taschenbuch (10€) dazu !

P.S. Mein Computer ist kaputt oder gar nicht mehr brauchbar. Deswegen arbeite ich mit dem Handy, was mir schwerfällt. Das gilt auch für Likes und Kommentare, die manchmal nicht wollen…Das  Thema Haben oder Sein wollte ich noch abschließen. Jetzt nehme ich den kaputten Computer aber als Aufforderung kürzer zu treten und im Sparmodus weiter zu arbeiten, bis alles wieder in Ordnung ist. Bis zur alten Regelmäßigkeit eine gute Zeit und ganz 💛Lichen Dank für Eure Besuche, Likes und Kommentare. Auch Ihr bringt viel Freude in mein Leben!

Summary

If you have followed Erich Fromm’s  thoughts so far you’ll understand why the book „To Have or to Be“ has got the subtitle “ „The psychological foundation of a new society“, for our personal attitude has got an impact on our surroundings, too.

Man with his focus on possessing can’t get enough, because after some time the initial pleasure is gone and he needs something new.
Erich Fromm presents us the „marketing character“ , as our society often demands and encourages it. This chartcter sells himself, his image counts, even if he has to adapt totally. As he aims at meeting the expectations of his firm or the boss he works hard and doesn’t bother about his own feelings and those of others. And he doesn’t bother much about nature, environmental problems or urgent social problems.
The mood around him gets colder and friendly, relaxed communication seems impossible. There’s hard competition and enmity. Conflicts and even fights arouse to a smaller and to a greater extent. Social life can be so much easier, more relaxed and kinder, however, where the mode of „Being“ prevails. People feel more with the others and there’s no envy if others are happy, it’s just joy, too. They can’t remain indifferent if their fellow creatures, nature, animals, the earth, our globe suffer and engage themselves more. That’s a better base for a better coping with all our problems. For the details and other aspects see the book „To Have or to Be“.

19 Gedanken zu „Haben oder Sein/To Have or to Be 3*

  1. gkazakou

    Wunderbar! Ich wünsche dir eine gute Zeit im Seins-Modus, liebe Petra! Und wenn du dennoch einen neuen Computer zu Weihnachten kriegst. um deine Gedanken und Werke mit uns zu teilen – ich würde vorm Weihnachtsmann meinen Hut ziehen und Danke sagen.

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    1. PPawlo Autor

      Na, das ist ja ein ganz besonders netter Kommentar! 😊Liebe Gerda, auch dir eine seinserfüllte Zeit! Ich denke schon, dass der Weihnachtsmann einen neuen Computer auf seinem Schlitten vorbeibringt! Es sollte eben nur schneien!🙂

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  2. Random Randomsen

    Ja, die Nimmersatt-Problematik erleben wir beispielsweise auch ganz extrem in der Wirtschaft. Wachstum und Gewinnmaximierung um jeden Preis. Und es ist nie genug. Mehr ist auch nicht genug. Es muss mehr „mehr“ sein. Und noch viel mehr „mehr“.
    Meine Beobachtung ist zudem, dass das „sich verkaufen“ ebenso eine Eigendynamik hat. Man will um jeden Preis „gut dastehen“ – selbst wenn man sozusagen eine Packung ohne Inhalt verkauft. Erkaufte oder ertrogene Titel lassen da als Spitze eines Eisbergs grüßen.
    Allerdings: Tatenlos dergleichen Missstände aufzuzählen ist ja auch Haben-Modus in Aktion. ;)
    Ein Computer, der sich aus dem Haben-Dunstkreis verabschiedet als Anregung, den Sein-Modus vermehrt zu pflegen – das nenne ich konstruktiv. Da dies eine temporäre Angelegenheit ist, bietet sie ja zumindest die Gelegenheit, die üblichen Routinen zu hinterfragen. Jedenfalls wünsche ich dir wohl-tuendes Sein. Und – wir lesen uns… :)

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    1. PPawlo Autor

      Bei Kindern gehört das Wort ‚Haben!‘ Oft zu den ersten Worten und wird da noch mit weiten Ärmchen und entzückten Augen gesagt. Es ist jedenfalls in uns, aber ursprünglich in einer verzauberten und bezaubernden Art! :) Da treffen sich Sein und Haben noch 🙂Wir haben das degeneriert. Auch dir eine seinsintensive Zeit! Tusen
      takk LG Petra

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      1. Random Randomsen

        Ja, im Ursprung sind Haben und Sein wohl sowieso noch eng verzahnt und dabei mehr oder minder gleichgewichtig. Bei kleinen Kindern hat „Haben“ wohl oft auch damit zu tun, dass sie etwas be-greifen wollen. Es geht also mehr um die Erfahrung, als um Besitz im eigentlichen Sinn. Auch das, was später oft in blindes Konkurrenzdenken ausartet, hat ja in der Entwicklung des Kindes durchaus seine Berechtigung. Beispielsweise darin, dass das Kind auch können will, was die Großen können.
        Im Prinzip ist es schon so, dass es einfach natürliche Anlagen sind, die mit der Zeit aus dem Ruder laufen. Das bedeutet aber auch, dass es möglich ist, sie wieder „ins Ruder“ laufen zu lassen. :)

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        1. susannefe2014

          Wieder ins Ruder laufen kann es durch den Netzwerkgedanken. Dadurch kann die Gesellschaft von großen Kindern, die immer mehr haben wollen zu einer Gesellschaft von Erwachsenen werden, die begreifen, dass sie etwas wert sind und ihre Fähigkeiten der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Eine Korrektur kann dadurch stattfinden, dass man den Kindern ihren Wert lässt und sie in ihrer Entwicklung der Talente fördert.
          Pablo Casals schreibt dazu ein wunderschönes Gedicht:

          Du bist ein Wunder.
          Jede Sekunde unseres Lebens ist ein neuer und
          einzigartiger Augenblick im Universum –
          ein Augenblick, der sich nie wiederholen wird.
          Und was bringen wir unseren Kindern bei?
          Wir bringen ihnen bei, dass zwei und zwei vier ist
          und Paris die Hauptstadt von Frankreich.
          Wann werden wir ihnen beibringen, was sie sind?
          Wir sollten jeden Kind sagen: Weißt du, was du bist?
          Du bist ein Wunder.
          Du bist einzigartig.
          In all den Jahren, die vergangen sind,
          hat es niemals ein Kind wie dich gegeben.
          Deine Beine, deine Arme, deine geschickten Finger,
          die Art wie du dich bewegst.
          Aus dir kann ein Shakespeare, ein Michelangelo, ein Beethoven werden.
          Du kannst alles erreichen.
          Ja, du bist ein Wunder.
          Und wenn du groß bist, kannst du dann zu anderen böse sein,
          die ebenso wie du ein Wunder sind?
          Du musst daran arbeiten- wir alle müssen daran arbeiten-,
          die Welt für ihre Kinder lebenswert zu machen.

          Pablo Casals

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          1. Random Randomsen

            Herzlichen Dank für diese ergänzenden Gedanken und den schönen Text (den ich noch nicht kannte) von Pau Casals. :)
            Ja, da geht es letztlich wieder um Sein und Haben. Die Kinder das SEIN lassen, was in ihrem Wesen angelegt ist, und sie nicht so umformen (und verbiegen) wie wir sie gerne HABEN möchten.
            Und ich denke, dass dies zwar ganz essentiell bei Kindern beginnt (oder beginnen sollte), aber letztlich ein Prozess ist, der nie aufhört. Sich immer wieder neu er-finden. :)

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  3. PPawlo Autor

    Hallo Random, UPS, ich hatte heute schon auf deinen Kommentar geantwortet, aber wahrscheinlich habe ich den Kommentar dann vom Handy nicht abgeschickt.Hab Dank für deine abrundenden Gedanken! Ja, unser Leben kreist um Haben und Sein und oft in einer gemeinsamen Entwicklung zuerst vom Erfahrenwollen und der Nachahmung zum Wunsch nach eigenen Besitz und eigenen Tun, um schließlich besser loslassen zu können und einfach zu sein. Und es gibt da viele Möglichkeiten, Wege und Umwege, ganz automatische, aber auch Kehrtwendungen durch Begegnungen, Schicksalsschläge, Krankheiten, Burnout etc. Ganz herzlichen Dank und liebe Grüße Petra

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  4. Pingback: Kind Sein /To Be a Child* | da sein im Netz

  5. Pingback: Buchtipp #15/12 … weniger Haben mehr Sein | Wesentlich werden

    1. PPawlo Autor

      Ja, die weiteren Buchtipps habe ich mir noch verkniffen! Schließlich wollte ich ja , dass der eine oder andere auf den Geschmack kommt und Genaueres im Buch selbst findet und vielleicht auch selbst weitersucht, was ja auch gelungen ist. Es gibt auch vieles dazu auf YouTube, im Netz unter seinem Assistent und Nachlassverwalter Rainer Funk, der die Fromm Gesellschaft gegründet hat. Und wenn’s schwierig wird, helfen ja auch Fragen in der Kommentarsektion? So finde ich es jedenfalls prima, wenn dir dazu gleich ein passendes, leichteres Buch buchstäblich in die Hände gefallen ist! :) Herzlich, Petra

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  6. Pingback: Das Bild „Haben oder Sein“* | da sein im Netz

  7. susannefe2014

    Hat dies auf Mary rebloggt und kommentierte:

    Im 3. Teil von Haben oder Sein beschreibt Petra Pawlofsky die Gesellschaft im Habenmodus als Gesellschaft der Marktschreier. Dadurch gibt sie den Lesern die Frage mit, ‚Wie sieht eine Gesellschaft im Seinsmodus aus?‘
    Danke Petra für deine Zusammenfassung des Buches von Erich Fromm, ‚Haben oder Sein‘ in 3 Teilen.

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    1. PPawlo Autor

      Lieben Dank fürs Rebloggen und deine Vorstellung des Beitrags!
      Mir liegt allerdings gar nicht so daran, etwas anzuprangern und eine ganze Gesellschaft als „Marktschreier“ abzustempeln; denn, was du oben in deinem ersten Kommentar schreibst, gilt für mich auch in Etwa für Erwachsene: Oft ist für Negatives kein Platz mehr, wenn Positives es beiseite rückt. Eine Anschuldigung lässt oft nur unnötige Aggressionen entstehen und erreicht kaum Verbesserung… Na ja, Verallgemeinerungen haben auch ihren Haken :) ;)

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      1. susannefe2014

        Liebe Petra, Erich Fromm hat, nehme ich an, gesehen, dass die gesellschaftliche Entwicklung ‚aus dem Ruder laufen wird‘. Der Titel stellt Haben und Sein als Alternative dar. Die Frage schließt sich an, wie stehen Haben und Sein in Beziehung. Du hast recht, wenn du sagst, Haben hat auch seinen Platz in unserem Da-Sein. Das Sein kann zwar ohne Haben sein, aber das Haben sollte mit dem Sein verbunden sein, durchwoben sein. Etwas zu haben, heißt Verantwortung dafür zu haben, es zu pflegen und es gegenbenenfalls an Bedürftige weiterzugeben, es zu teilen. Haben ist also nicht in erster Linie Besitz, sondern Verwaltung, was mit bewahren zu tun hat. Etwas zu haben ist nicht ’negativ‘, es kommt darauf an, was wir daraus gestalten.
        ‚Marktschreier‘ ist negativ besetzt. Aber auch auf dem Markt gibt es Menschen, die bieten ihre Ware an, für die sie auf dem Acker gearbeitet haben und dann dürfen sie auch mal schreien.
        Also danke für deine Genauigkeit.
        LG Susanne

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