Weit von oben/ Far from above*

Nach den gemalten Bildern Fürs erste/ For a start und Das Nächste bitte /The next please hat mich Beethovens Musik zu dem obigen Bild mit dem Titel „Weit von oben“ inspiriert. Daraus entstanden auch digitale Bilder wie das folgende. Welche Assoziationen kommen dir da wohl?

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After the 2 paintings Fürs erste/ For a start* und Das Nächste bitte /The next please* Beethoven’s music has inspired the painting above with the title „Far from above“. It has become the source of a few digital works like the following one. And  I wonder what you associate with it?

 

Weit von oben D3bweb RS2018

 

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6 Antworten auf “Weit von oben/ Far from above*”

  1. Es ist schon bemerkenswert, was ein Titel manchmal auslösen kann. Denn meine Assoziationen zum ersten Bild würden eher zu „NACH oben“ passen. Für mich hat es viel von diesem energisch kraftvollen Aufstreben, das in Beethovens Musik ja oft anzutreffen ist. Etwas launig ausgedrückt würde ich sagen: Beethoven ist nicht einer, der versucht, den Himmel auf die Erde zu bringen, sondern einer, der kurzerhand die Erde in den Himmel hochhebt. Dennoch besteht ja zwischen „oben“ und „unten“ nicht eine Einbahnstraße. Damit man „nach oben“ streben kann, muss ja irgendwie auch ein Impuls, eine Inspiration „von oben“ kommen.
    Da kommt nun das zweite Bild zum Zug, das an etwas erinnert, was bei Beethoven auch immer wieder vorkommt (etwa im Adagio der Hammerklaviersonate, um nur ein Beispiel zu nennen). Ein Klanggebäude, das wie ein sakraler Raum wirkt. Und während in diesem Bild das mystische Licht von ganz weit oben zu kommen scheint, fällt auf, dass es genau so gut von innen kommen könnte. Ein inneres Licht, das immer da war, zu dem durchzudringen aber ausgesprochen schwer fallen kann. So werden letztlich „oben“ und „unten“ nur Gleichnisse im Bemühen, die Wahr-Nehmung des Seins zu erweitern.

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    1. Ganz lieben Dank für diesen großartigen Kommentar! Ja, der Titel wollte schon das von oben Kommende betonen; denn vor allem im 4. ist es mir so stark aufgefallen, wie die Melodie immer wieder herunterperlt.(aber eben auch hoch). Beim erneuten Zuhören kam’s mir vor wie eine Geschichte zwischen hoch und tief :) Ich habe mal eine Aufnahme vom 4. gepostet. Im 5. Klavierkonzert ist es dann noch mehr ein Auf und Ab (gibt’s ebenfalls mit Barenboim bei YouTube) . Und was habe ich gerade gefunden? : „Ja, von oben muss es kommen; das, was das Herz treffen soll; sonst sind’s nur Noten; Körper ohne Geist…“ ( ein Zitat Beethovens aus einem Buch über ihn: Ein Wegweiser für den Musikhörer von Hubert Pausinger ) Er fährt aber eben auch fort, dass es immer auch eine Bewegung von der Erde zur Quelle oben gibt. Oben und unten sind Orientierungen, mit denen wir nun einmal leben und die in der Musik ja auch gelten. Doch es ist ein Paradox, dass ich gerade in der Musik immer wieder die Auflösung von oben und unten erleben kann. Ein anderes Paradox: Wir haben ja schon einmal festgestellt, dass wir die Stelle, an der wir gerade auf dem Erdball stehen, nicht als oben oder unten empfinden.
      Also keine Einbahnstraße, ja.! Und dem Kommentar zum 2. Bild stimme ich vollends zu ! 🐬🐬🐬
      Und beim folgenden Bild aus der gleichnamigen Seriel? Geht’s da auch hoch und nicht runter für dich?:

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      1. Ja, bei dem hier eingefügten Bild fällt es leicht, sich eine Bewegung von oben nach unten vorzustellen. Dennoch lässt sich auch hier problemlos eine „Zweibahnstraße“ sehen, bei der das Feuer von oben die von unten aufstrebende Flamme nährt und belebt.
        In der Musik lässt sich das auf vielfältige Weise erleben, wie oben und unten zwar wichtige Orientierungen sind, aber irgendwie nie die „ganze Wahrheit“. Vordergründig haben wir die Melodie, die sich ja immer in die eine oder andere Richtung bewegt. Und wir haben Akkorde, die eben vom Verschmelzen, von der Einheit leben. In der Praxis ist es dann aber so, dass diese Einheit auch durch Melodieverläufe erlebt werden kann, wenn oben und unten geschickt verwebt werden.
        Der erwähnte „sakrale Raum“ taucht ja bei Beethoven, wie erwähnt, immer wieder auf. Oft zwischen sehr energischen Ecksätzen. So etwa auch in diesem frühen Werk:

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        1. Ja, die „Zweibahnstraße“ ist eine schöne Assoziation! Auch eine Erweiterung für meine ursprüngliche Sichtweise, die beide Male von oben nach unten führt. :)
          Eine tolle Aussage über die Musik bietest du da über oben und unten und Verwebungen! Danke! 🌟
          Auch dein Musikbeispiel ist ein ganz Besonderes für mich! Es war eins der Stücke, die meine verstorbene Mutter immer wieder gehört hat und mitsummte. Es ist mir noch im Ohr. Diese sakralen Gebäude bietet ja nicht nur Beethoven. z.B. Bruckner ist da für mich fast noch intensiver.
          Ich wünsche dir einen sonnig-lichtvollen Tag! Hier sind schon die erste Frühlingsspuren zu finden. 🐻

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          1. Das stimmt. Bei Bruckner ist das „sakrale Gebäude“ ja oft schon so etwas wie das Hauptanliegen. Wobei Bruckner ja auch immer wieder Mittel und Wege findet, auch andere Energien einfließen zu lassen. :)
            Da habe ich ja ein passendes Musikbeispiel ausgegraben. :) Ich bin auf dieses Adagio gekommen, weil es eben (ziemlich typisch) zwischen zwei sehr energiegeladene Ecksätze eingebettet ist.
            Hier tut sich die Sonne heute schwer. Wahrscheinlich will der Winter pünktlich zum Monatsanfang ein neue „Reviermarkierung“ hinterlassen. ;) Aber „lichtvoll“ lässt sich ja auch anders bewerkstelligen. :)

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            1. Ja, Bruckners reitende Ritter, die Scherzi, die Morgenstimmungen auf einem Plateau, die lange Stille und Tiefen…Auch an Bruckner musste ich mich erst einmal gewöhnen. Jetzt ist er einer meiner Lieblinge :)
              In meinen Bildern gibt es ja auch nicht nur das Licht oder Feuer, sondern felsenähnliches Dunkel, Kanten und Abgründe. :)
              Eben! Mit deiner Musikliebe hast du auch so allein schon viele Möglichkeiten!

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