Inspiration Orphée 3*

(Ich füge diesen Beitrag meinem Projekt  Einfach magisch/Simply magic* hinzu, das dem Komponisten  Johann Johannson (1969-2018) gewidmet ist  /I’m adding  this post to my project Einfach magisch/Simply magic* dedicated to the composer Johann Johannson)

Summary below

Kunst braucht ihre Zeit, nicht wahr?  Der Komponist Johann Johannsson hat gewöhnlich darauf bestanden, dass er die Zeit bekam, die er für die Fertigstellung seiner Werke benötigte. Mit seinem Album Orphée hat sich der Klangmagier dann auch sechs Jahre lang beschäftigt: „Ich benutze für dieses Album gern eine Garten-Metapher: Ich habe dieses kleine Ökosystem an Ideen sechs Jahre lang gehegt und gepflegt, gewässert und gedüngt, und langsam ist es zu dem herangewachsen, was man jetzt auf der CD hören kann.“ (Johann Johannsson über sein Album „Orphée, s.u.)

 

Inspiration Orphée 3, Flight from the City, oil pastels and acrylic, 21x29cm, 2018

Dieses Thema des Orpheus, der ins Totenreich herabsteigt um seine Eurydike zurückzuholen, ein Thema. das schon viele Künstler bearbeitet haben,  passte zu seiner damaligen persönlichen Situation; denn der isländische Atmosphärenzauberer war gerade nach Berlin gezogen.: „Ich denke, bei diesem Album geht es um Veränderungen, um Wandel, aber auch um Grenzen und darum, sie zu überschreiten. Es geht um den Mut, den man dazu braucht, und auch um den Wechsel von Dunkel zu Hell, von Schlafen zum Wachsein, von Leben zu Tod. Das fand ich schon immer faszinierend; irgendwie ist der Weg dahin, dieser Prozess, viel interessanter als das Endergebnis.“ (Johann Johannsson über sein Album „Orphée, s.u.

Beide Zitate sind aus:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/musiker-johann-johannsson-ich-will-nicht-nur-soundtracks.2177.de.html?dram:article_id=365941.)

Und hier ist noch ein Versuch: Da Johann Johannsson dunkle Farben mag, wie er es im folgenden Video sagt, und auch als „Meister der Düsternis“ bezeichnet wurde, zeige ich hier zwei digitale Variationen , die ihm vielleicht besser gefallen würden? :

Der Trailer unten ist auf Englisch. Johann Johannsson spricht selbst über sein Album „Orphée“:

Summary

It took Johann johannsson 6 years to compose his album „Orphée“. He compares his work to cultivating plants in a garden to make them grow. The topics in this music were his, too, at that time, because the Icelandic composer had just moved to Berlin. They are about change, transformation, courage, borders, and transgressing them, life and death and art:

Here in the trailer the composer is speaking himself about Orphée in English: And he speaks about his love for dark colours. That’s why there are 2 dark digital variations above as an experiment.

Bisherige  Beiträge der Reihe:/Posts of this serie so far:

Inspiration Orphée 1*

Orphée 1 digital*

Einfach magisch/Simply magic*

Inspiration Orphée 2*

Orphée digital 2*

Alle Beiträge dazu werden auch auf Einfach magisch/Simply magic* aufgeführt/ You can find these links in Einfach magisch/Simply magic* , too.

14 Antworten auf “Inspiration Orphée 3*”

  1. Es ist ein (für mich) überraschender Effekt, der durch diese gänzlich andere Farbgebung entsteht. Für einige Augenblicke wäre ich sogar versucht gewesen, von einer “Farbnehmung” zu sprechen. Aber das wäre nicht zutreffend. Es wirkt eher so, wie wenn man beispielsweise eine Komposition für Orchester auf das Klavier überträgt. Wenn man auf die Nuancen achtet, kann das Klavier genau so klangfarbenreich sein wie ein Orchester.
    Wenn man vom Ursprungsbild her schaut und diese Bearbeitungen – das Auge noch farbenvoll – das erste Mal sieht, braucht man einige Momente des Angewöhnens. Für mich passen beide Variationen absolut zu Jóhannssons Musik. Bei näherer Betrachtung überrascht mich die erste Variation durch ihre Energie der Unaufhaltsamkeit. Ein Prozess der Veränderung, der auf den ersten Blick nicht dramatisch wirkt. Aber der Prozess geschieht aus tiefster Tiefe und mit großer Kraft.
    Die zweite Variation wirkt auf seltsame Weise bewegt und doch statisch. Genau solche Momente finden wir in Jóhannssons Musik auch immer wieder. Einerseits ist einiges los – und anderseits scheint die Musik dennoch irgendwie nicht vom Fleck zu kommen. Man spürt die Veränderung – aber ihre Richtung ist für einige Zeit in der Schwebe.

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    1. Erst einmal lieben Dank für diesen wieder so detailreichen, intensiven Kommentar, der mir auch neue Aspekte eröffnet! Was für ein schöner Vergleich mit Orchester und Klavier ( erinnert mich auch an den Vergleich von Bild und Video) Für mich passen alle Bilder, auch wenn ich inzwischen vielleicht etwas Farbe vom Original nehmen würde, wer weiß. Ich habe eh erst mal eine Verschnaufpause gebraucht, eben gerade wegen der „Düsternis“, die ich in der letzten Zeit beim Hören seiner Musik gespürt habe. Und doch ist da beides für mich stimmig. Die Variationen passend zu ihm, so wie er mir in den Videos begegnet. Und doch spüre ich in seiner Musik etwas Farbigeres und Positiveres neben all dem Dunkel. So freue ich mich, dass es diese 3 Fassungen gibt, die oben im Detail,( Bildkern) alle anklingen. ⛅️

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      1. Ja, es passt ein jegliches auf seine Art. Für mein Empfinden ist das „finale“ Bild etwas, das eben aus dieser Musik entstanden, auf diesem Nährboden gewachsen ist. Die beiden heute gezeigten gehen (obwohl naturgemäß später entstanden) eher einen Schritt zurück. Man taucht gleichsam tiefer in diesen Nährboden ein. Dazu passt auch diese „Universalstimmigkeit“ des Details. Das „riecht“ mir nicht nach Bearbeitung, sondern dürfte aus der Entstehungsgeschichte stammen. Jedenfalls spürt man meines Empfindens noch, wo es herkommt, aber auch bereits, wo es hin will.

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        1. Na, dann ist ja alles stimmig. Ja, das Beitragsbild ist wieder eins aus der Entstehungsgeschichte.
          Dann ist ja alles gesagt. Oder? 😀
          Herr Kommentator, ganz herzlichen Dank für Ihre werte Resonanz! 😊

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            1. 📌Ach ja! Danke, Random!
              Das Thema ist vielleicht doch etwas zu komplex? Und das Kommentieren ergibt sich hier nicht einfach spontan?
              Dabei genügt ja oft nur ein kleiner Satz, ja manchmal ein einziges Wort, das weiterklingt und erfreut.
              Aber es tut sich ja auch schon etwas. ;) Prisca hat das Ruder herumgerissen!
              Und durch deine Kommentare bekomme ich eh beachtliche, einfühlsame Resonanz. Kein Grund zum Klagen also. 😊

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              1. Ja, es hat sich ja jetzt auch noch was getan. Ich war nur irgendwie überrascht, weil es (auch schon beim letzten Jóhannsson-Beitrag so ungewöhnlich still war in der Kommentarsektion.
                Dass manchmal ein einziger Satz genügen kann, ist, finde ich, ein wertvoller Hinweis. Ich kommentiere inzwischen nur noch an wenigen Orten regelmäßig, weil es mir sonst schlicht und einfach zu viel wird. Ein Mittelweg zwischen „viel“ oder „garnix“ wäre da oft eine ganz gute Lösung. 😊

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                1. Für mich ist das nicht abschätzbar, wie viel Resonanz es für einen Beitrag geben wird. Gerade beim letzten Mal habe ich auch eine lebendigere Reaktion erwartet. Diese Reihe reizt mich allerdings auch so von sich aus.
                  Das Netz ist eine gute Übung darin, seinen ganz persönlichen Mittelweg zu finden. Ja, für’s Kommentieren gibt es da viele kürzere Möglichkeiten. Die nutze ich auch meist. :) Deine ausführlichen möchte ich allerdings nicht missen, solange sie dir Freude bereiten. Danke, Random! 😊

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    1. Liebe Prisca, ich freue mich sehr über deine beschwingende Resonanz! „Farbentanz der Gegensätze“ ist ein toller Ausdruck! Deine interessanten Gedanken zu den Bildern gefallen mir sehr gut :)
      (Sorry, die Netzverbindung ist hier heute launisch)

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  2. das erste Bild sprang mich förmlich an. Oha! entfuhr es mir. Und auch das zweite. Ich fühlte deine Energie in den Wogen der Farben, dem dicken Auftrag. Die abgematteten Bilder enttäuschten mich eher. Aber ich sehe die Bilder nicht im Zusammenhang mit der Musik, sondern für sich.

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    1. Das ist ein spannender Kommentar für mich! Ich freue mich sehr darüber!
      Ja, die Bilder sind eigene Wesen, ganz selbstständig auch ohne Musik. Dein „oha!“ unterstreicht das noch. :)
      Es ist auch eine interessante Assoziation, dass du die „farbloseren“ Bilder „abgemattet“ nennst! :)
      Danke, Gerda!

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