Quasi mobile 2*

Summary below

Immer wieder haben sich Maler Gedanken gemacht und Untersuchungen angestellt, wie sie in ein Bild lebendige Bewegung bekommen können. Da müssen Form, Farben, Linien, Muster, Raster, Transparenz, Kontraste, Licht und Schatten etc herhalten, um das Bild gleichsam beweglich zu machen.. Und doch erklärt August Macke, der sich so intensiv damit beschäftigte:

„Es ist nicht die Spur des Pinsels, sondern der wandernde Blick des Betrachters, der gleitende oder auch sprunghafte Bewegungen vollzieht.“ (aus „Stimme des Lichts“ Hirmerverlag, S.109)

Auf den Blick des Betrachters kommt es also vor allem an. Und Macke wusste, dass man sich dafür für ein Bild etwas Zeit nehmen musste. Macht Euch das längere Schauen und Herumschweifen des Blicks das folgende Bild beweglicher ?::

Quasi mobile 2, Acryl auf Papier, 30x40cm, 2019

Summary

Painters have often thought about producing the impression of motion in a painting. They have experimented with colours, forms, shades, patterns , transparencies , lines etc But the painter August Macke, who was studying and experimenting with this phenomenon, too, was convinced that it’s the moving look of the visitor and the time he takes for looking at the painting is above all that counts in this process. So does the painting get more dynamic with the motion of your look?

8 Antworten auf “Quasi mobile 2*”

  1. Ohne aber die Bewegung der Linien, Formen und Farben hat der Blick ncht worüber er wandern könnte, denke dabei z.B. an das schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch. Dabei wird der Blick ja eher in die Tiefe gezogen und verharrt dort.
    liebe Grüße
    Ulli

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    1. Ja, klar. Macke behauptet ja nicht, dass der Maler keine Rolle spielt. Das Zitat betrifft eben vor allem die Maler wie Delaunay, Macke, Kupka etc, die ausdrücklich der Bewegung im Bild näher kommen wollten und das mit Hilfe ihrer Malerei. Da gibt es im angegebenen Buch viele Beispiele, die aber die Zeit des Betrachters benötigen um in ihrer ganzen Lebendigkeit zu wirken. Liebe Grüße zurück, Petra

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  2. Möglicherweise ist die Frage nach der Bewegung in der Malerei eine Art Perpetuum mobile? Es gibt ja zahlreiche Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Und viele davon sind variabel. Charakter und momentane Stimmung der Betrachter spielen eine wesentliche Rolle. In einer Ausstellung können auch die benachbarten Bilder die Wirkung eines bestimmten Bildes beeinflussen. Und die Beleuchtung. Nicht zu unterschätzen ist auch die Suggestivkraft eines Titels.
    Beim hier gezeigten Bild stelle ich ein bemerkenswertes Phänomen fest. Wenn ich das Bild möglichst “gesamtschauend” betrachte, entsteht bei mir der Eindruck einer heftigen Bewegung. Die Momentaufnahme einer Szenerie, die sich Sekunden später bereits völlig anders zeigt. Das Herumschweifen des Blicks hingegen lädt mich ein, an einzelnen Stellen zu verweilen. Es entsteht der Eindruck von Landschaften, die zwar auch veränderlich sind, deren Bewegung aber vom menschlichen Auge nicht als solche wahrgenommen wird.

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    1. Hab ganz lieben Dank für diesen überaus anregenden Kommentar! 🌟🌟🌟🌟🌟
      Ja, Bewegung ist ein zeitlos-zentrales Thema in der Kunst. Dazu zählen z.B. der Orphismus (wie im angegebenen Buch) , der Futurismus, OpArt, oder ganz als Thema die Kinetik, Videos, etc etc.
      Für mich ist das Thema beständig da, allein schon durch die Verbindung zur Musik, die ja viel dynamischer und mehrschichtiger sein kann als die statische Malerei und sich in der Zeit bewegt. Dadurch bin ich zum Video gekommen.
      Deine Herangehensweise an das Bild finde ich jetzt sehr spannend !!! Ganz offensichtlich hältst du ja mit deinem Blick immer wieder inne und hast dann dieses statische Landschaftserlebnis. Es kommt mir vor, als ob du mir da beim Ausmalen und Korrigieren bestimmter Details über die Schultern schaust! 😀Denn dem ersten Schwung dieser (und vieler anderer) Bilder wird bei mir ja fast immer auch mit dem Blick ins Detail und anschließender Feinarbeit fortgesetzt. Wenn ich allerdings in das Bild eintauche, springe ich z.B. erst einmal von den roten Bewegungen in die nächsten Rottöne, fliege ins Weiß, verliere mich in den weißeren Höhen. Hier könnte ich aufhören… aber jetzt mag ich doch wieder ins dunkle Blau abtauchen. Da gibt es ganz viele Möglichkeiten. 🐻

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      1. Ja, bei allen Gemeinsamkeiten besteht hier ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen Musik und Malerei. Musik lebt in der und durch die Zeit – und in diesem Fluss der Zeit kann sie Dynamik und Tempo ständig verändern.
        Ja, dieses Innehalten gehört für mich zum Beschauen des Bildes. Wobei dies nicht systematisch erfolgt, sondern mit der momentanen Anziehungskraft bestimmter Stellen zu tun hat. Vielleicht sind es genau die Stellen, die beim Malen auch eine besondere Aufmerksamkeit bekommen haben. 🙂

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        1. Die Malerei versucht so auch, diese Möglichkeiten der Musik etwas wettzumachen.
          Alles auf einem Blatt gesagt zu haben ist aber auch nicht schlecht und nur für kurzgefasste Notenbilder möglich.
          Der Betrachter eines bewegten Bildes hat viele Momente der Wahl, wenn die Richtung auf einem zusammenhängenden „Weg“ nicht zwingend vorgegeben wird, und eben auch die des Innehaltens oder eben doch der Gesamtschau. Danke, Random! 🙂

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